Selbstständige sorgen kaum fürs Alter vor

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Laut aktueller IAB-Studie haben viele Selbstständige keine oder nur geringe Vorkehrungen zur Altersvorsorge getroffen, dadurch besteht bei vielen kaum Schutz gegen Altersarmut.

Altersvorsorge
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Viele Selbstständige sind nur unzureichend gegen Altersarmut geschützt, laut dem Ergebnis einer aktuellen IAB-Studie besteht bei vielen Selbstständigen keine oder nur eine geringe Altersvorsorge.

In den vergangenen 30 Jahren bis 2010 hat die Zahl der Selbstständigen in Deutschland enorm zugenommen, die Altersvorsorge vieler Selbstständigen lässt jedoch zu wünschen übrig. Da viele Selbstständige über keine oder eine nur geringe Altersvorsorge verfügen, droht insbesondere für viele der 2,5 Millionen Solo-Selbstständigen die Altersarmut. Zwar wurde von den Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP zur Vermeidung von Altersarmut eine Einigung auf eine obligatorische Altersvorsorgepflicht getroffen, die für alle Selbstständigen das Existenzminimum absichern soll, dieses Projekt wurde jedoch wegen zahlreicher Proteste der Selbstständigen vorerst auf Eis gelegt.
Der deutliche Anstieg der Selbstständigen in Deutschland basiert unter anderem darauf, dass der Staat für Arbeitslose Unterstützungen bei der Entscheidung zur Selbstständigkeit bietet. Insgesamt bestehen derzeit mehr als 190 Fördermöglichkeiten von Bund, Ländern und EU.

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB:
Im Rahmen der IAB-Studie wurde die Situation von Solo-Selbstständigen und Selbstständigen mit Mitarbeitern im Hinblick auf Einkommen und Vorsorge unter die Lupe genommen. Diejenigen, die die Ich-AG-Förderung in Anspruch nahmen bleiben deutlich häufiger Allein-Selbständig als diejenigen, die mit Förderungen aus dem Überbrückungsgeld selbständig wurden. Mittlerweile nehmen die Solo-Selbstständigen den größten Anteil unter den Selbstständigen ein.

Unterschiede Solo-Selbstständige und Selbstständige mit Mitarbeitern:
56 Monate nach der Existenzgründung liegen die Einkommensunterschiede zwischen den beiden Selbstständigen-Gruppen bei durchschnittlich über 600 € monatlich. Ich-AG-Unternehmen verdienen mit rund 1.897 € monatlichen Nettoeinnahmen zwar weniger als Selbstständige mit Mitarbeitern, die rund 2.526 € monatliche netto verdienen, dadurch lässt sich noch keine Gefahr zur Altersarmut ableiten. Im Hinblick auf die Maßnahmen zur Altersvorsorge sind viele der rund 2,5 Millionen Solo-Selbstständigen gefährdet, später von Altersarmut betroffen zu sein.
Frauen in den neuen Bundesländern erzielen ein durchschnittliches Nettoeinkommen in der Solo-Selbstständigkeit mit einer Vollzeit-Tätigkeit rund 800 €, in den alten Bundesländern kommen solo-selbstständige Frauen laut IAB-Studie auf ein Nettoeinkommen von rund 1.400 € in der Allein-Selbstständigkeit. Beim Start in die Selbstständigkeit mit Überbrückungsgeld wäre die Differenz ebenso deutlich.

Fehlende oder zu geringe Altersvorsorge bei jedem siebten Solo-Selbstständigen:
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass die Altersvorsorge bei 14,3 Prozent der Solo-Selbstständigen überhaupt keine Altersvorsorge haben. Kaum weniger besorgniserregend ist, dass diejenigen, die fürs Alter vorsorgen, die letztendlichen Beträge so gering halten, dass dadurch kaum ein Schutz gegen die Altersarmut besteht.
  • Absicherung von unter 25.000 € bei knapp 20 % der Solo-Selbstständigen
  • Altersvorsorge von 100.000 € und mehr nur bei knapp 25 % der Solo-Selbstständigen

Die Situation der Selbständigen mit Mitarbeitern im Hinblick auf die Altersvorsorge stellt sich dagegen etwas besser dar:
  • Altersvorsorgevolumen unter 25.000 € nur bei jedem Neunten
  • Altersvorsorge von mindestens 100.000 € bei über einem Drittel

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