Westdeutsche legen mehr fürs Alter zurück

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Gerade Niedrigverdiener sind ohne private Altersvorsorge häufig von Altersarmut bedroht. Einkommensgefälle und Arbeitslosenquote erschweren die Situation für die Ostdeutschen. Westdeutsche legen mehr fürs Alter zurück

Altersvorsorge
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In Bezug auf die Privatvorsorge für das Leben im Alter ist der viel zitierte Unterschied zwischen Theorie und Praxis durchaus signifikant. So gibt es nicht nur eine Differenz zwischen "Soll-" und "Ist-Zustand", sondern ein zusätzliches Gefälle zwischen Ost und West.

Deutliche Differenz zwischen "Soll" und "Ist"
Laut einer Umfrage glauben die befragten Berufstätigen in Ostdeutschland, etwa 255 € pro Monat aufwenden zu müssen, um im Rentenalter gut leben zu können. Die befragten Westdeutschen gehen sogar von 272 € aus. Tatsächlich aber sparen die Menschen im Osten lediglich 141 €, während die im Westen immerhin 196 € pro Monat für ihre Altersvorsorge zurücklegen.

Damit weicht das "Soll" deutlich vom "Ist" ab. In den neuen Bundesländern um mehr als die Hälfte von dem, was faktischen in die Altersvorsorge investiert wird, in den alten Ländern immerhin noch um etwa ein Drittel.

Wenig Aussicht auf Änderung
Auch wenn 38 % der ost- sowie 30 % der westdeutschen Befragten voraussetzen, im Ruhestand kein Geld aus einer privaten Altersvorsorge zu erhalten, wird hüben (43 % im Osten) wie drüben (41 % im Westen) dennoch nicht mehr Geld in die Altersvorsorge gesteckt. Glaubt man Stefan Weinert von der Postbank, liegt es daran, dass der Osten immer noch unter einer höheren Arbeitslosenquote leidet und ein Einkommensgefälle zwischen Ost und West existiert.

Gemäß Bundesagentur für Arbeit lag die Arbeitslosenquote in Westdeutschland im Jahr 2011 bei 6 %, in Ostdeutschland jedoch bei 11,3 %. Und das bei einem Durchschnittseinkommen West in Höhe von 30.268 € und Ost in Höhe von 26.484 € per annum.

Erschwerend hinzu kommt laut Analyse von Weinert die Tatsache, dass die Ostdeutschen monetär unter der Zunahme an Teilzeitbeschäftigungen und Minijobs leiden. In Ermangelung finanzieller Möglichkeiten leidet schließlich auch die Motivation zum Sparen. Für ihn stellt dies insofern einen Teufelskreis dar, als es die trifft, die der Vorsorge am nötigsten bedürften. Niedrigverdiener ohne private Vorsorge sehen einer größeren Gefahr der Altersarmut entgegen.

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