Anwalts- und Gerichtskosten werden teurer

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Künftig sollen laut einem Regierungsentwurf die Anwalts- und Gerichtskosten teurer werden, auch Kosten für Notare, Sachverständige, Übersetzer und Dolmetscher sollen steigen.

Urteil
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Anwalts- und Gerichtskosten sollen laut einem Regierungsentwurf künftig teurer werden, zudem sollen auch die Gebühren für Notare, Sachverständige, Dolmetscher und Übersetzer erhöht werden.

Für Anwalts- und Gerichtskosten müssen die Deutschen künftig tiefer in die Tasche greifen, außerdem sollen laut einem Regierungsentwurf in Zukunft auch die Gebühren für Notare, Sachverständige, Dolmetscher und Übersetzer angehoben werden. Der Regierungsentwurf zum Kostenrechtsmodernisierungsgesetz wurde am 31. Januar 2013 in erster Lesung im Bundestag behandelt. Das Inkrafttreten des Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes ist für den 1. Juli 2013 vorgesehen.

Mehr Kosten für die Verbraucher, um ihr Recht durchzusetzen
Mit der geplanten Neuregelung der Gebühren für Anwälte und Gerichte kommen höhere Kosten auf die Verbraucher zu, um ihr Recht durchzusetzen. Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV, äußert Befürchtungen, dass einige dadurch von der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen absehen könnten.

Rechtsschutzversicherung schafft Abhilfe
Im Hinblick auf die vorgesehene Erhöhung der Anwalts- und Gerichtskosten nimmt die Rechtsschutzversicherung eine wichtige Position ein. Diese trägt die Kosten, die in einem Rechtsstreit anfallen, und gleichzeitig ist der Jahresbeitrag der Rechtsschutzversicherung meist niedriger als die Kosten, die ein Anwalt für eine einzige Arbeitsstunde in Rechnung stellt. Etwa 40 Prozent der Haushalte in Deutschland haben eine Rechtsschutzversicherung. Insgesamt werden von den Rechtsschutzversicherungen jährlich über 3,8 Millionen neue Rechtsstreite bearbeitet, davon sind rund ein Drittel Streitfälle aus dem Sachen-, Vertrags- und Schadenersatzrecht. Aus dem Bereich Verkehrsrecht stammen 28 Prozent der Rechtsstreite und 16 Prozent aus dem Arbeitsrecht. Insgesamt lag die Leistung der Versicherer bei 2,34 Milliarden Euro.

Leistungen der Rechtsschutzversicherungen
Die Leistungen der Rechtsschutzversicherung gliedern sich in die Bereiche Privat, Beruf und Verkehr. Übernommen werden dabei unter anderem Kosten für Rechtsanwalt, Gericht und Sachverständige. Zudem umfasst das Leistungsspektrum beispielsweise die außergerichtliche Konfliktbeilegung durch Mediation oder die telefonische Rechtsberatung.
Wer bei den Beiträgen für die Rechtsschutzversicherung Geld sparen möchte, kann sich für eine Selbstbeteiligung entscheiden. Diese liegt meistens bei 100 oder 150 Euro. Im Streitfall müssen die Versicherten dann nur diesen Betrag selbst zahlen, den Rest trägt die Versicherung.
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