Immer mehr Senioren sind erwerbstätig

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Immer mehr Senioren gehen einer Erwerbstätigkeit nach und arbeiten auch im Rentenalter, der Anteil der Selbständigen über 65 Jahren ist in Deutschland besonders hoch.

Rente
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Die Anzahl der Menschen im Rentenalter, die erwerbstätig sind, nimmer immer mehr zu, besonders der Anteil der Selbständigen über 65 Jahren ist ziemlich hoch.

Arbeit im Rentenalter nimmt immer mehr zu, immer mehr Senioren gehen einer Erwerbstätigkeit nach, wobei der Anteil der Selbständigen über 65 Jahren besonders hoch ist. In keiner anderen Altersgruppe wurde ein so hoher Anstieg der Erwerbstätigen verzeichnet wie bei den Senioren über 65 Jahren. 2001 gingen noch knapp 400.000 Senioren einer Arbeit nach, 2011 hatte sich die Anzahl mit knapp 800.000 verdoppelt.

Besonders hoher Anteil an Selbständigen ab 65 Jahren
In Deutschland ist der Anteil der Selbständigen über 65 Jahre besonders hoch. In allen Altersgruppen beträgt der Anteil der Selbständigen 11 Prozent, bei den Menschen im Rentenalter liegt der Anteil bei über 40 Prozent. Ein Drittel hat Arbeitnehmer angestellt und arbeitet in Vollzeit. Bei den selbständigen Senioren ohne Angestellte sind die meisten in Teilzeit erwerbstätig. Im Durchschnitt liegt das Bruttoeinkommen der über 65-Jährigen bei über 21 Euro pro Stunde, bei den anderen Altersgruppen liegt der Stundenlohn dagegen bei ca. 16 Euro. Die älteren Selbständigen verdienen fast das Dreifache wie ältere Arbeitnehmer.

Unterschiede zwischen den verschiedenen Berufen:
Zu den Selbständigen unter den Menschen im Rentenalter zählen insbesondere Händler, Ärzte, Wirtschaftsprüfer, Architekten, Unternehmensberater und Landwirte. Angestellte über 65 Jahre sind vorwiegend als Bürofachkräfte, Kraftfahrer, Taxichauffeure, Putzkräfte, Hausmeister und Verkäufer beschäftigt. Arbeitnehmer im Rentenalter arbeiten zudem häufig in Mini-Jobs. Die Senioren sind dabei nicht weniger qualifiziert als die jungen Arbeitnehmer und aufgrund der demografischen Entwicklung nehmen die Senioren den Jungen in Zukunft auch keine Arbeitsplätze weg. Insgesamt zeichnet sich ein Trend ab, dass gut qualifizierte Arbeitskräfte später in den Ruhestand gehen als andere.

Weiter steigende Zahlen prognostiziert:
Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin, geht davon aus, dass die Zahl der erwerbstätigen Senioren weiter ansteigen wird. Der Grund dafür ist die stark gestiegene Erwerbsbeteiligung und nicht der demografische Wandel, wie Karl Brenke feststellte. Die Anzahl der Arbeitenden im Rentenalter steigt zudem nicht nur in Deutschland sondern auch europaweit.

Im Durchschnitt sind die arbeitenden Senioren zufriedener als andere dieser Altersgruppe. Dabei ist bei den meisten der Grund, im Rentenalter zu arbeiten, nicht die finanzielle Notwendigkeit. Insgesamt würden zwei Drittel auch ohne zusätzliche Arbeit im Ruhestand auskommen. Dennoch gibt es auch einige, die arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Deren Anteil blieb seit 2001 unverändert.
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