Antibiotika in der Tierhaltung soll per Gesetz reduziert werden

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Eine Reduzierung von Antibiotika in der Tierhaltung soll mit dem 16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes realisiert werden.

Mit dem 16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes soll die Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung reduziert werden.

Die Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung soll nun eingedämmt werden. Der Bundestag hat am Donnerstag, 28.02.2013, das 16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes verabschiedet, damit Antibiotikaresistenzen nicht weiter ausgebreitet werden. Gemäß Beschlussempfehlung des Landwirtschaftsausschusses weist das jährliche Resistenzmonitoring in einigen Tierhaltungen besonders hohe Residenzraten gegen wichtige Gruppen von Antibiotika auf. Des Weiteren sei bekannt, dass in bestimmten Tierhaltungen besonders hohe Mengen an Antibiotika verabreicht werden.

Umsetzung der Reduzierung von Antibiotika in der Tierhaltung:
Durch das neue Gesetz sollen für die Humanmedizin wichtige Antibiotika durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Bereich der Tierhaltung verboten werden. Dadurch sollen unter anderem die Anwendung der für die Humanmedizin wichtigen Gruppen der Chinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation eingedämmt werden, die in Relation zur Bildung und Verbreitung des Resistenzphänomens ESBL-bildenden Keime stehen. Bisher obliegt die Entscheidung dem Tierarzt, ob spezielle Antibiotika abweichend von deren Zulassen zur Behandlung von kranken Tieren angewandt werden sollen.
Des Weiteren wird in dem neuen Gesetz zur Reduzierung von Antibiotika in der Tierhaltung geregelt, dass das Ministerium in Zukunft die Anwendung von bestimmten Antibiotika explizit durch den Tierarzt vorschreiben kann.
Eine weitere Neuregelung ist die Möglichkeit, die Anwendung eines Antibiogramms verbindlich anzuordnen, um die Empfindlichkeit von Erregern zu ermitteln und damit das wirkungsvollste Antibiotikum zu finden.

Ermittlung der Menge eingesetzter Antibiotika pro Betrieb:
Künftig soll zudem von den zuständigen Behörden die Menge eingesetzter Antibiotika pro Betrieb und Tierarzt je Halbjahr ermittelt werden. Wird eine Menge über dem Durchschnitt in einer Tierhaltung festgestellt, ist der Tierhalter zusammen mit dem Tierarzt verpflichtet, die Gründe dafür anzugeben und einen Vorschlag zur Reduzierung der Menge an Antibiotika zu unterbreiten. Sollte ein Tierhalter im oberen Viertel liegen, muss auf der Basis einer veterinärmedizinischen Beratung binnen zwei Monaten ein schriftlicher Plan vorgelegt werden, wie die Anwendung von Antibiotika reduziert werden soll.

Gelingt es dem Tierhalter nicht, innerhalb eines Jahres unter die Grenzwerte zu kommen, obliegt es der zuständigen Behörde, über Maßnahmen zur Reduzierung der Antibiotika in der Tierhaltung zu entscheiden.
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