Kfz-Versicherung: Höhere Tarife für Autofahrer mit schlechter Bonität geplant

  1. KFZ-Versicherung
  2. Tarifeverzeichnis



Ende 2013 sollen spezielle, teurere Tarife in der Kfz-Versicherung für Autofahrer mit schlechter Bonität eingeführt werden, angeblich würden diese häufiger Unfälle verursachen.

Autofahrer mit schlechter Bonität sollen angeblich häufiger Unfälle verursachen, daher wollen einige Versicherer Ende 2013 spezielle, teurere Tarife in der Kfz-Versicherung einführen.

Müssen Autofahrer mit schlechter Bonität künftig höhere Beiträge in der Kfz-Versicherung zahlen? Anscheinend planen einige Versicherungen, Ende 2013 spezielle, teurere Tarife in der Kfz-Versicherung für Autofahrer mit Geldproblemen einzuführen, da diese angeblich häufiger Unfälle verursachen. Dies geht aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 5. April 2013 hervor. Demnach beabsichtigen einige kleine Direktversicherer, sich auf dieses besondere Geschäftsfeld zu konzentrieren, beispielsweise die britische Direct Line, die den Angaben des Deutschland-Chefs David Stachon zufolge dies gerade testet und bis zum Jahresende damit starten will.

Generell gehören Bonitätsprüfungen beim Abschluss von Kfz-Versicherungen dazu, da die Versicherer direkt ab Zulassung des Fahrzeugs für Schäden haften müssen und nicht erst, wie es bei allen weiteren Versicherungsarten die Regel ist, wenn die Beiträge bezahlt sind.

Autofahrer mit Geldproblemen verursachen mehr Schäden:
Anscheinend ist sich die Kfz-Versicherungs-Branche einig, dass schlecht zahlende Kunden häufiger Schäden verursachen. Die Versicherungsbeiträge sollen daher höher sein als für Kunden ohne Geldprobleme bei anderen Gesellschaften für vergleichbare Fahrzeug- und Fahrerdaten.

Viele Kfz-Versicherungen wollen dem Bericht zufolge möglichst keine Autofahrer mit Geldproblemen aufnehmen oder schränken die Leistungen entsprechend ein. Doch eigentlich muss jeder von den Kfz-Versicherungen aufgenommen werden. Als Beispiel wird die HUK-Coburg genannt, die bei Neukunden mit schlechter Zahlungsmoral nur die Mindestdeckung der Kfz-Haftpflichtversicherung anbietet und die Übernahme höherer Risiken verweigert. Zudem wird die Versicherungs-Bestätigungsnummer den betroffenen Kunden mit schlechter Bonität erst durchgegeben, wenn der Beitrag per Vorkasse entrichtet wurde. Eine ähnlich gängige Praxis ist demnach auch bei anderen Versicherern festzustellen.

Zurückhaltung der meisten Versicherer wegen Befürchtungen von Ärger mit der BaFin:
Anscheinend zeigen sich die meisten Kfz-Versicherungen bislang zurückhaltend im Hinblick auf Spezialtarife für Autofahrer mit schlechter Bonität, weil sie Ärger mit der BaFin wegen Diskriminierung verhindern wollen. Der Vorstand des Online-Vergleichsportals Check24, Björn Weikert, geht jedoch davon aus, dass dadurch keine aufsichtsrechtlichen Probleme entstehen, da die Versicherer bei dieser Kundengruppe tatsächlich ein höheres Risiko tragen müssen.

Zusammenarbeit mit Bonitätsprüfern:
Die Direktversicherung Admiral direkt beispielsweise kooperiert mit dem Bonitätsprüfer Arvato Infoscore, bei dem die Zahlungsmoral in drei Stufen eingeteilt wird. Autofahrer in der schlechtesten Bonitätsklasse könnten somit höhere Beiträge in der Kfz-Versicherung zahlen müssen. Zu dieser Personengruppe zählen unter anderem diejenigen, die in Bezug auf eine Vermögensauskunft eine eidesstattliche Versicherung abgegeben haben.
Mehr zum Thema:

 



Das könnte Sie auch intressieren: