Honorar-Anlageberater soll unabhängige Finanzberatung gewährleisten

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Mit der Einführung des geschützten Beruf Honorar-Anlageberater will die Bundesregierung für mehr Transparenz in der Finanzberatung sorgen.

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Die Bundesregierung will den geschützten Beruf Honorar-Anlageberater einführen, um damit die Transparenz in der Finanzberatung zu erhöhen. Das Gesetz wurde am 26. April beschlossen und soll dafür sorgen, dass die deutschen Verbraucher in Zukunft genau informiert sind, ob die Finanzberatung von einem unabhängigen Berater durchgeführt wird, dessen Leistung vom Kunden selbst vergütet wird, oder ob es sich um einen Vermittler handelt, dessen Verdienst in Relation zum Verkauf von Finanzprodukten steht. Durch die Offenlegungspflicht der Berater konnte diese Situation bislang kaum verändert werden.
Derzeit erfolgt die Anlageberatung in Deutschland vorwiegend auf Provisionsbasis, die Zahl der provisionsabhängigen Berater liegt momentan bei rund 300.000, Honorarberater gibt es dagegen bisher nur 1.500.

Finanzberatung soll stärker an den Interessen der Verbraucher orientiert sein:
Mit dem Gesetz sollen nach Angaben von Bundesverbraucherschutzministerin llse Aigner die Interessen der Verbraucher bei Geldanlagen und in der Finanzberatung stärker in den Vordergrund gestellt werden. Da die Honorarberatung nicht auf Provisionszahlungen basiert, eignet sich diese am besten, um dies zu realisieren. Die Bundesverbraucherschutzministerin geht davon aus, dass sich die Honorarberatung in Deutschland, deren Kriterien klar definiert werden, zu einem Erfolgsmodell entwickeln wird.

Klare Regelung mit gesetzlicher Grundlage für Honorarberatung:
Der Gesetzentwurf zur Honorarberatung basiert auf einer Initiative des Verbraucherministeriums von 2011. Für die Verbraucher muss im Beratungsgespräch klar erkennbar sein, ob der Verdienst des Finanzberaters unabhängig vom Verkauf der Geldanlagen ist, oder ob der Verdienst des Beraters abhängig von Provisionen für den Verkauf der Finanzprodukte ist. Der Verkauf von Finanzprodukten und die reine Beratungskompetenz sollen mit dem Gesetz voneinander getrennt werden.

Anforderungen an Honorar-Anlageberater:
Zu den Voraussetzungen für den Honorar-Anlageberater gehören unter anderem ein ausreichender Marktüberblick sowie ein breites Angebotsspektrum der Beratung. Des Weiteren ist eine Beschränkung der Angebote auf eigene Finanzanlagen oder Geldanlagen von nahestehenden Emittenten oder Anbietern nicht erlaubt. Die explizite Basis der Beratung soll die Kundenvergütung bilden. Falls bestimmte Anlageprodukte nicht provisionsfrei am Markt angeboten werden, sind die Honorar-Anlageberater dazu verpflichtet, diese Provisionen unverzüglich an die Kunden weiterzugeben.

Durch den Gesetzentwurf werden spezielle gewerberechtliche Erlaubnis- und Eintragungspflichten im IHK-Register für den Beruf Honorar-Anlageberater eingeführt. Dadurch kann eine honorarbasierte Anlageberatung zum Beispiel auch bei offenen Investmentfonds erfolgen.

Konzept der unabhängigen Beratung auch innerhalb der EU vorgesehen:
Deutschland ist der Vorreiter in der unabhängigen Beratung innerhalb Europas. Das Konzept für eine unabhängige Beratung der EU-Kommission ist zwar vergleichbar mit dem deutschen Modell, die deutsche Regelung ist jedoch umfassender. Zudem wird mit der Neufassung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) nicht vor 2015 gerechnet.
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