Immobilienkrise in Deutschland nach DIW-Meinung gering

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Laut Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin besteht in Deutschland nur eine geringe Gefahr, dass es zu einer flächendeckenden Immobilienblase kommt.

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Eine flächendeckende Immobilienblase ist in Deutschland nicht zu erwarten, die Gefahr ist laut Angaben des DIW Berlin gering.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Sitz in Berlin geht nicht davon aus, dass es in Deutschland zu einer flächendeckenden Immobilienblase kommt. Die Gefahr ist trotz der steigenden Mieten in den Metropolregionen und der jüngsten Preissteigerungen demnach gering. Unter anderem wirken die institutionellen Rahmenbedingungen einer spekulativen Preisblase bei Immobilien entgegen. Wie Christian Dreger, DIW-Experte, im Hinblick auf die Diskussionen um eine Wiedereinführung der Eigenheimzulage erklärt, kommt es vor allem darauf an, dass keine zusätzlichen steuerlichen Anreize geboten werden, die die Gefahr einer Immobilienblase erhöhen würden. Ein weiteres Problem sieht der Experte darin, dass Banken dazu tendieren, Hypothekenkredite mit immer niedrigeren Eigenkapitalanteilen an Privathaushalte zu vergeben.

Ursachen für die Gefahr einer Immobilienblase:
Das niedrige Zinsniveau in Deutschland erhöht die Gefahr einer Immobilienblase, die auf Spekulationen basiert. Zudem wird die Gefahr durch die erhöhte Nachfrage aufgrund der Euro-Schuldenkrise verstärkt. In Spanien waren die weitverbreitete Verbriefung von Forderungen, die Umwandlung von Agrarland in Bauland und variable Hypothekenzinsen ursächlich für die spätere Immobilienkrise.
In den Niederlanden trugen hauptsächlich Steuererleichterungen zur Immobilienblase bei. Viele Niederländer beliehen sogar ihre Immobilien, um an den Kreditsubventionen zu partizipieren.
Mit steuerlich absetzbaren Kreditraten wurden in Skandinavien beispielsweise falsche Anreize geboten.
Bei den Immobilienkrisen in den USA, in Großbritannien und Irland spielten variable Zinsen eine wesentliche Rolle.

Studienergebnis gilt nicht als Entwarnung vor einer Immobilienblase in Deutschland:
Obwohl die Studie zu dem Ergebnis kam, dass eine Gefahr für eine Immobilienkrise in Deutschland eher gering ist, gilt dies nicht als generelle Entwarnung vor einer Immobilienblase. Bei einem niedrigen Zinsniveau erhöht sich die Gefahr spekulativer Preisblasen. Diese wird zudem verstärkt, wenn die Wirtschaft in Deutschland von einem dauerhaft höheren Wachstum geprägt werden sollte und die Standards der Banken gelockert werden.
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