Union und SPD wollen gesetzliche Obergrenze für Dispozinsen

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In den Gesprächen über eine große Koalition will die SPD ihre Pläne über eine Beschränkung der Dispozinsen realisieren.

Ein erklärtes Ziel der SPD in den Koalitionsverhandlungen mit der Union ist eine gesetzliche Maximierung der Dispozinsen. CDU und CSU sind allerdings kritisch. Michael Meister, Unionsfraktionsvize im Bundestag, äußerte gegenüber dem Handelsblatt seine Befürchtung, die Vorschläge der Sozialdemokraten würden eine Verschuldung der privaten Verbraucher fördern, anstatt diese zu verhindern.

Union steht SPD-Wünschen kritisch gegenüber
Allerdings ist ein Ziel von Meister, mehr Transparenz bei Banken. So sollen Kunden auf günstigere Alternativen zu einer langfristigen Nutzung des Dispokredites hingewiesen werden. Den Sozialdemokraten sind diese Vorschläge nicht verbindlich genug. Der stellvertretende Bundestagsfraktionschef Joachim Poß sieht eine gesteigerte Transparenz zwar als einen Schritt in die korrekte Richtung, dies würde aus Sicht der Verbraucher allerdings nicht ausreichen. Nach Plänen der SPD soll der Zinssatz bei maximal acht Prozentpunkten über dem von der Bundesbank festgelegten Basiszinssatz eingeschränkt werden. Derzeit liegt dieser bei minus 0,38 Prozent – ein maximaler Dispozins würde demnach 7,62 Prozent betragen.

Banken wehren sich gegen die Pläne
Die Verbraucherschützer befürworten die Pläne der SPD. Nach Meinung von Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen führt Transparenz als alleiniges Instrument nicht zur Senkung der überhöhten Zinsen. Die Deckelung sei ein probates Mittel um den mangelnden Wettbewerbsdruck zu kompensieren. Die Sparkassen wenden sich gegen die Pläne, hier wird die Bildung der Preise am Markt befürwortet, in einer Marktwirtschaft gelte dies auch für Dispozinsen.

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