Bundesbank warnt vor negativen Auswirkungen der Finanztransaktionssteuer

  1. Steuer & Recht
  2. Tarifeverzeichnis



Die Bundesbank befürchtet, dass die geplante europäische Finanztransaktionssteuer die Abhängigkeit der Euroländer von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöht.

Im Monatsbericht der Bundesbank warnt diese vor bedeutsamen Konsequenzen durch die geplanten europäischen Finanztransaktionssteuer auf die Geldpolitik im Euroraum. Begründet werden die Bedenken mit dem „Repomarkt“, hier versorgen sich Banken gegenseitig mit Zahlungsmitteln. Bei einer in der Steuer resultierenden Reduktion dieses Marktes befürchtet sie eine Zunahme der Refinanzierung der Banken über das Eurosystem (EZB und verbundene Notenbanken). Doch bereits zum jetzigen Zeitpunkt sind insbesondere südeuropäische Banken auf EZB-Kapital angewiesen.

Liquiditätsbeschaffung in Gefahr
Für das Geldbeschaffungsmanagement der Geldinstitute Europas ist der der Repomarkt von großer Bedeutung. Durch den temporären Verkauf von Wertpapieren beschaffen sich die Geldhäuser Liquidität bei besicherten Repogeschäften, diese Geschäfte verteuere die geplante Steuer auf Finanzgeschäfte, erklärt die Bundesbank. Sie sieht eine verstärkte Belastung für kurzfristige und revolvierende Repogeschäfte, da die Steuer für jede Transaktion erneut fällig würde.

Laut Bundesbank besteht sogar Gefahr der völligen Austrocknung des Repomarktes, zumindest für den Bereich der kurzen Laufzeiten, da die Steuer bei kürzeren Laufzeiten überproportional ansteige. Sie sieht die Gefahr der Verschiebung der Refinanzierung in den unbesicherten Geldmarkt, da hier keine Steuer fällig würde. Dies würde allerdings den aufsichtsrechtlichen Prinzipien widersprechen. Das Basel-III-Regelwerk würde besicherte Finanzierungsformen verstärkt begünstigen, da diese seit der Finanzkrise als weniger stabil gelten.

Mehr zum Thema:

 



Das könnte Sie auch intressieren: