Bundesagentur für Arbeit: Hartz IV Aufstocker sind meist ordentlich entlohnt

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Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt, sind Personen, die eine zusätzliche Förderung aus Hartz IV erhalten, nicht zwingend unterbezahlt.

Hartz IV
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Die jüngst entstandene Zuwanderungsdebatte aufgrund der nach Deutschland kommenden Rumänen und Bulgaren hat eine Diskussion über ergänzende Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende (umgangssprachlich Hartz IV) entfacht. Fälschlicherweise entstand dabei der Eindruck, die sogenannten „Aufstocker“ würden immer für einen niedrigen Stundenlohn arbeiten. Da unterschiedliche Lebensumstände und Rahmenbedingungen für die Ergänzung von Leistungen zugrunde gelegt werden, sind diese Schlussfolgerungen übereilt und nicht korrekt.

Nicht zwingend Niedriglöhne bei „Aufstockern“
Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA, weist darauf hin, dass Arbeitnehmer, die ergänzende Leistungen aus der Grundsicherung erhalten, normalerweise zu regulären Stundenlöhnen tätig seien. Falls das Einkommen nicht ausreichend zur Existenzsicherung sei, würden zusätzliche Zahlungen geleistet, die sich aus unterschiedlichen Gründen bedingen würden. Weitere Leistungen könnten beispielsweise für Selbstständige, Teilzeitarbeiten, Familien mit Kindern oder bei hohen Mietbelastungen gezahlt werden – selbst wenn die Empfänger einen regulären Stundenlohn erhalten würden.

Einkommen von Eltern reicht oft nicht
Die unterschiedlichen Situationen der „Aufstocker“ werden durch Zahlen belegt: Von rund 1,3 Millionen Menschen beziehen rund 350.000 Paare mit Kindern zusätzliche Leistungen, für knapp über 200.000 Alleinerziehende mit Kindern wird ebenfalls gezahlt. Bei diesen Empfängern ist anzunehmen, dass aufgrund der Kinder und der oftmals damit verbundenen Teilzeitarbeit, die ergänzenden Leistungen erforderlich sind.

Überwiegend Teilzeitkräfte erhalten Zusatzleistung
Die Einkommen der „Aufstocker“ liegen bei rund 230.000 zwischen 450 und 850 Euro im Monat, rund 170.000 erhalten monatlich zwischen 850 und 1.200 Euro, man geht hier hauptsächlich von Teilzeitkräften aus. Nur knapp 150.000 erhalten mehr als 1.200 Euro. Für weitere 650.000 Menschen werden die Einkünfte aus einem Mini-Job (maximal 450 Euro monatlich) aufgestockt.

Keine billigen Arbeitskräfte aus Bulgarien und Rumänien
Die BA sieht keine Indizien für den Missbrauch von Migrantinnen und Migranten mit aufstockenden Leistungen als billige Arbeitskräfte. Der größte Anteil der in Deutschland arbeitenden Bulgaren und Rumänen erhielten keine zusätzlichen Leistungen.

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