Private Krankenversicherungen verlieren immer mehr Versicherte

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Immer mehr Mitglieder wechseln zurück in die gesetzlichen Krankenversicherungen. Bedeutet dies das Aus für die privaten Krankenversicherungen?

Die privaten Krankenversicherungen leiden unter Mitgliederrückgang. Die Tariferhöhungen vieler Privatassekuranzen, die sich zuletzt im zweistelligen Bereich bewegten, sind für viele Mitglieder nicht mehr tragbar. So entscheiden sich nicht nur immer weniger Versicherte von der gesetzlichen in die private Versicherung zu wechseln, sondern es kehren immer mehr in die gesetzliche Krankenversicherung zurück.

Weniger Wechsel aus der gesetzlichen zur privaten Kasse
Die großen Drei der gesetzlichen Kassen, Techniker (TK), Barmer GEK und DAK haben seit 2008 nur noch halb so viele Wechsler zu verzeichnen gehabt, von 90.000 Mitgliedern ging deren Zahl auf die Hälfte zurück. Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse (TK), erklärt, dass gerade Familien mit kleinen Kindern sehr gerne zurückkehren würden. Auch für Versicherte ab 45, die mittlerweile hohe Beitragssteigerungen bei den privaten Krankenverischerungen hinnehmen mussten, ist der gesetzliche Versicherungsschutz wieder interessant.

Gesetzliche Krankenkassen wieder interessant
Baas rechnet mit dem anhaltenden Trend zum Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Abwanderung von Kunden der TK, der größten Kasse mit fast 9 Millionen Versicherten, betrug letztes Jahr ca 30.000. Somit ging die Zahl seit 2009 um ca 50.000 und 2011 um ebenfalls 50.000 signifikant zurück.

Im Gegenzug wechselten viele Privatversicherte (85.000) voriges Jahr zur TK, die Zahl der Rückkehrer ist also dreimal so hoch wie die der Abwanderer. Die Nummer zwei der gesetzlichen Kassen, die Barmer GEK hatte 2009 eine Abwanderung von 28.000 ihrer zuletzt 8,6 Millionen Versicherten an die PKV zu verzeichnen, in 2013 ging die Zahl auf 11.000 zurück. Auch bei der DAK (6,3 Millionen Mitglieder) ging die Zahl der Kündigungen von 2009 noch 15.000 in 2013 auf nur noch 6.500 zurück.

Probleme für die Tarifierung der PKV
Diese für die gesetzlichen Kassen so erfreuliche Entwicklung setzt die Private Krankenversicherung unter Zugzwang, hier ist man jüngere Neuzugänge angewiesen. Baas argumentiert, dass die Entwicklung die Tarifgestaltung der PKV weiter unter Druck stehe. Er sieht die Zweiteilung des Versicherungsmarktes in Frage gestellt und erwartet, dass dies in der zweiten Wahlperiode zum Thema werde.
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