Bio-Kraftstoff E10 kann sich immer noch nicht duchsetzen

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Der vor drei Jahren eingeführte Kraftstoff E10 erfüllt nicht die Erwartungen der Mineralölwirtschaft. Durch den günstigen Preis ging man davon aus, dass E10 die meistgetankte Sorte werden würde. Allerdings bevorzugen die Autofahrer das Superbenzin E5 mit fünf Prozent Anteil aus Pflanzenproduktion.

Benzin E10
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Der vor drei Jahren eingeführte Kraftstoff E10 erfüllt nicht die Erwartungen der Mineralölwirtschaft. Durch den günstigen Preis ging man davon aus, dass E10 die meistgetankte Sorte werden würde. Allerdings bevorzugen die Autofahrer das Superbenzin E5 mit fünf Prozent Anteil aus Pflanzenproduktion.

15 Prozent Bio-Kraftstoff
Vom Bio-Kraftstoff E10, der zu zehn Prozent aus Bioethanol besteht, wurden im vergangenen Jahr 2,76 Millionen Tonnen verkauft. Dies bedeutet einen Anstieg um 2,61 Millionen Tonnen zum Vorjahr – gemäß dem Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBE)ein Plus von 5,4 Prozent. Somit erreicht E10 einen Anteil von 15 Prozent am schrumpfenden deutschen Benzinmarkt.

Erwartungen enttäuscht
Allerdings hat die Mineralölbranche hat ihre Erwartungen an E10 längst heruntergeschraubt. Aral-Chef Stefan Brok erklärt, dass er seine Erwartung von letztem Jahr, dass sich E10 aufgrund des Preisvorteils durchsetze, mittlerweile nicht mehr habe. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) äußerte sich durch Hauptgeschäftsführer Klaus Picard zurückhaltend. Man biete E10 bundesweit flächendeckend an und gebe dem Autofahrer so die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit. Man respektiere die entsprechende Entscheidung.

Schlechtes Image des Bio-Kraftstoffs
Durch die von Medien und Autoclubs geweckten Zweifel an der technischen Leistungsfähigkeit ließen viele Autofahrer vor E10 zurückschrecken. Obwohl diese Befürchtungen mittlerweile überwiegend entkräftet sind, konnte E10 in der Öffentlichkeit nicht den Status als umweltfreundlicher oder hochwertiger Kraftstoff erreichen. Das Image wird zusätzlich durch eine potenzielle Konkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energieproduktion sowie Eingriffe in hochwertige Naturräume, um Energiepflanzen anzubauen.

Zweifel aus Politik
Auch in der Politik mehren sich die kritischen Stimmen, die die einstige Euphorie für den vermeintlich nachhaltigen und umweltfreundlichen Sprit aus Pflanzen dämpfen. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nimmt die Hinweise, dass Biokraftstoffe am Ende eine schlechtere Ökobilanz aufweise ernst und will daher die Ausbauziele der EU für den Verbrauch von Biokraftstoffen auf den Prüfstand stellen.

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