Lebensversicherungen sollen wegen anhaltender Niedrigzinsphase reformiert werden

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Die große Koalition will den Lebensversicherern erleichtern, mit den Konsequenzen der andauernden Niedrigzinsphase umzugehen, in Zukunft soll es möglich werden, die Leistungen an die Kunden nach vertraglich vorgesehenem Ablauf oder nach vorzeitiger Kündigung des Lebensversicherungsvertrages zu reduzieren.

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Die große Koalition will den Lebensversicherern erleichtern, mit den Konsequenzen der andauernden Niedrigzinsphase umzugehen, in Zukunft soll es möglich werden, die Leistungen an die Kunden nach vertraglich vorgesehenem Ablauf oder nach vorzeitiger Kündigung des Lebensversicherungsvertrages zu reduzieren.

Weniger Geld für die Kunden
Die gesetzliche Neuregelung über die Verwendung der sogenannten Bewertungsreserven von Lebensversicherern bei Vertragsende, also bei Auszahlung der angesparten Kundengelder und deren Verzinsung steht bei der geplanten Leitungseinschränkung zum Nachteil von Lebensversicherungskunden im Fokus.

Bewertungsreserven verbleiben beim Versicherer
Aktuell werden die Bewertungsreserven der Versicherer noch 50 Prozent zugunsten der Versicherten bei der Schlussabrechnung mit einbezogen. Bei diesen handelt es sich um Buchgewinne. Diese entstehen, wenn der aktuelle Marktwert eines Papiers, einer Anlage den gezahlten Kaufpreis übersteigt. Die Bewertungsreserve setzt sich aus der Differenz dieser beiden Positionen zusammen. Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung" soll diese Hälfte künftig nicht mehr in die Schlussabrechnung einer auszuzahlenden Lebensversicherung enthalten sein. Die Unternehmen behalten dieses Guthaben und sparen so Geld. Die Bewertungsreserven in den Büchern beliefen sich Mitte März des vergangenen Jahres auf circa 62 Milliarden Euro. Ohne Einbeziehung der Bewertungsreserven kann die Schlussabrechnung unter Umständen um mehrere tausend Euro gekürzt werden.

Entscheidung kurzfristig
Die Entscheidung soll Mitte März fallen, dann soll eine Stichtagsregelung zum Kabinettsbeschluss diese Regelung über ein Gesetz gelten lassen. Marianne Kothé, die Sprecherin des Bundesfinanzministeriums erklärt zum Stand der gegenwärtigen Überlegungen in der Bundesregierung, dass es unbestritten Handlungsbedarf gebe. Man könne noch in diesem Jahr mit einem Gesetzentwurf rechnen.

Versicherer sehen Lücke in der Gerechtigkeit
Die Versicherungsunternehmen erklärt durch den Präsidenten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft Alexander Erdland, das Geld aus den Bewertungsreserven zu benötigen, um die Niedrigzinsphase zu überbrücken. Es sei nämlich ungerecht und falsch, wenn die Leistung an neunzehn Kunden geringer ausfallen würde, um dem Zwanzigsten mehr zu geben. Die Versichertengemeinschaft verlöre aktuell fest für die Zukunft eingeplante Mittel. Die Regelung soll nur für die Zinsniedrigphase gelten, bei einer Erhöhung tritt automatisch die aktuelle Regelung wieder in Kraft.

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