Verschlechterungen im Gesundheitswesen erwartet

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Nach einer in Berlin vorgestellten Studie des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts für Demoskopie Allensbach wird im Gesundheitswesen eine Verschlechterung durch Personalnot und Zwei-Klassen-Medizin erwartet.

Nach einer in Berlin vorgestellten Studie des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts für Demoskopie Allensbach bewerten Patienten und Ärzteschaft das deutsche Gesundheitswesen überwiegend positiv. Die für den Gesundheitsreport befragten 2100 Bürger und mehr als 500 Ärzte erwarten allerdings deutliche Abstriche für die Zukunft. Beispielsweise steigende Kosten für stationäre Behandlungen im Krankenhaus. Weiterhin hat man Angst vor der Schließung von Kliniken, verschärfter Personalnot und einer Zwei-Klassen-Medizin.

Zu lange Wartezeiten
79 Prozent der Deutschen betrachten das derzeitige Gesundheitssystem als gut oder sehr gut, allerdings beklagen fast 50 Prozent langwierige Terminvergaben und zwei Drittel beschweren sich über zu lange Wartezeiten. Die Unzufriedenheit herrscht vor allem bei gesetzlich Versicherten vor. 45 Prozent der Bevölkerung unterstützen die Pläne der Koalition, eine Terminvergabe beim Facharzt innerhalb von vier Wochen durch eine zentrale Terminvergabestelle zu ermöglichen. Allerdings stoßen die Pläne bei jedem Dritten auf Ablehnung, die Mehrheit der Ärzte ist ohnehin dagegen.

Qualitative Verschlechterung befürchtet
Über 30 Prozent der Patienten und fast zwei Drittel der Ärzte rechnen durch die steigenden Kosten und bereits bestehenden Personalengpässe eine qualitative Verschlechterung der ärztlichen Versorgung in den nächsten zehn Jahren. Die Mehrheit rechnet sogar mit einer Übernahme von medizinischer Grundversorgung durch die Kassen und mit eigenen Zahlungen für Operationen und anderem. Dies führt nach Meinung von mehr als zwei Dritteln zu einer Zwei-Klassen-Medizin. Weiterhin gehen rund drei Viertel der Bevölkerung von steigenden Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung aus.

Krankenhausärzte bereits jetzt unzufrieden
Die Umfrage zeigt düstere Erwartungen für die Zukunft von Krankenhäusern. Rund sechs von zehn Bürgern rechnen für die Zukunft mit weniger Zeit der Klinikärzte für die Kranken. Über drei Viertel gehen gar davon aus, dass die Versorgung nur noch mit mehr ausländischen Ärzten sichergestellt werden kann. Die wirtschaftliche Situation stellt bereits heute viele Krankenhausärzte vor größere Probleme, so haben zwei Drittel aus Kostengründen bereits Behandlungen verschoben, 79 Prozent beklagen eine eingeschränkte Therapiefreiheit.


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