Medikamenten-Studie: 1,5 Arzneimittel pro Versicherten täglich

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Laut der WidO-Analyse der Medikamentenverordnungen 2013 wurden jedem Versicherten in der GKV pro Tag 1,5 Arzneimittel verordnet.

Tabletten
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Versicherte in der GKV erhielten 2013 pro Tag 1,5 Arzneimittel von den niedergelassenen Ärzten in Deutschland. Dies geht aus der WidO-Analyse (Wissenschaftliches Institut der AOK) der Medikamentenverordnungen 2013 hervor. Demnach wurden den fast 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten insgesamt 642 Packungen an Medikamenten verschrieben, die 38,1 Milliarden Tagesdosen enthielten. Somit lag der Durchschnittsverbrauch jedes gesetzlich Krankenversicherten 2013 bei 546 Tagesdosen, was umgerechnet 1,5 Arzneimittel täglich entspricht.

Die Basis der aktuellen WidO-Analysen stellt die ATC-Klassifikation (Anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikation) mit Tagesdosen für 2014 dar. Anhand dieser Klassifikation sind Experten aus Praxis und Wissenschaft in der Lage, den Verbrauch der knapp 68.000 unterschiedlichen verordneten Medikamentenpackungen zu ermitteln und festzustellen, welche der etwa 2.500 verschiedenen Wirkstoffe und Wirkstoff-Kombinationen verschrieben wurden.

Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen am häufigsten verordnet
Gemäß der Analyse wurden mit 18,5 Milliarden Arzneimitteln 48,4 Prozent aller verschriebenen Tagesdosen zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnet, dazu zählen unter anderem Medikamente gegen Bluthochdruck. Insgesamt wurden von jedem gesetzlich Versicherten 2013 Tagesdosen mit diesen Wirkstoffen eingenommen.

Wirkstoffprofil 2013
Den Löwenanteil der Medikation nahmen gemäß dem Wirkstoffprofil 2013 Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Magen-Darm-Erkrankungen ein. Die 20 am häufigsten verordneten Wirkstoffklassen mit 856 einzelnen Wirkstoffen und Wirkstoff-Kombinationen nehmen bereits über 87 Prozent aller verschriebenen Tagesdosen an Medikamenten ein. Mittel gegen Bluthochdruck innerhalb der Wirkstoff-Klassen Sartane und ACE-Hemmer nahmen demnach 21,2 Prozent der verordneten Arzneimittel-Tagesdosen 2013 ein.

Kontinuierlicher Anstieg der verschriebenen Mengen an Medikamenten
Der Verbrauch pro Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen nahm von 2004 bis 2013 um 48,3 Prozent zu. Im Rahmen der Analyse wird zudem deutlich, dass die östlichen Bundesländer den höchsten Arzneimittelverbrauch aufweisen. In Sachsen-Anhalt liegt der durchschnittliche Verbrauch an Medikamenten jedes gesetzlich Versicherten um rund 30 Prozent höher als der Verbrauch im Bundesdurchschnitt. Bremen weist dagegen einen Verbrauch von rund 30 Prozent weniger als der Durchschnitt in der Bundesrepublik auf.
Der höhere Verbrauch in den Bundesländern im Osten Deutschlands ist laut den Experten des WidO darauf zurück zu führen, dass die Versicherten in den Ostdeutschen Bundesländern deutlich älter sind und somit häufiger an Krankheiten leiden.
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