3.700 ärtzliche Behandlungsfehler im vergangenen Jahr bestätigt

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2013 wurden durch den Medizinischen Dienst des Spitzenverbands der Krankenkassen MDS insgesamt 3.700 Behandlungsfehler bestätigt.

Insgesamt 3.700 Behandlungsfehler im ärztlichen Bereich und in der Pflege wurden 2013 durch den Medizinischen Dienst des Spitzenverbands der Krankenkassen bestätigt. Gegenüber 2012 wurde ein leichter Rückgang um 200 bestätigte Behandlungsfehler verzeichnet. Die Zahl der Verdachtsfälle war 2013 deutlich höher als im Vorjahr, insgesamt wurden etwa 25 Prozent davon bestätigt.

Für rund 14.600 Verdachtsfälle auf ärztliche Behandlungsfehler wurde von den Medizinischen Diensten der Krankenkassen MDK entsprechende Gutachten erstellt, 2012 lag die Zahl der Verdachtsfälle noch bei rund 12.600. Damit wurde ein Anstieg der Verdachtsfälle um 17 Prozent verzeichnet, die laut dem stellvertretenden Geschäftsführer des Prüfdienstes, Stefan Gronemeyer, unter anderem auf die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit, die Aufklärungsarbeit während der letzten Jahre sowie auf das seit 2013 geltende Patientenrechtegesetz zurückzuführen seien.

Die meisten Fälle wurden in der Pflege und im zahnmedizinischen Bereich bestätigt, insgesamt kann von einer hohen Zahl an Vorwürfen jedoch nicht generell auf eine hohe Anzahl an Behandlungsfehlern geschlossen werden. Den Erklärungen von Astrid Zobel vom MDK Bayern zufolge kann durch die Zahlen jedoch kein besonders risikobehafteter Bereich festgestellt werden. Da zudem mögliche Fehler nicht unbedingt erkannt werden oder die Patienten einem eventuellen Verdacht nicht nachgehen, rechnet der MDK mit einer hohen Dunkelziffer an Behandlungsfehlern.

Knapp 70 Prozent der Verdachtsfälle richteten sich gegen Krankenhäuser
Von den Verdachtsfällen waren nur etwa 30 Prozent gegen niedergelassene Ärzte gerichtet, gegen Krankenhäuser waren dagegen knapp 70 Prozent gerichtet, da die meisten Vorwürfe im Zusammenhang mit Operationen standen. Insbesondere die Orthopädie und Unfallchirurgie, die Allgemeinchirurgie, die Zahnmedizin und die Gynäkologie waren von Verdachtsfällen betroffen.

Laut Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer BÄK, handelt es sich bei den Zahlen der bestätigten Behandlungsfehler um einen Promillebereich im Hinblick auf die rund 700 Millionen Behandlungen im ambulanten Sektor und über 18 Millionen Behandlungen in Krankenhäusern. Die Fehler bleiben demnach bei der BÄK nicht unbeachtet, diese legt Wert darauf, dass die Betroffenen schnellstmöglich Hilfe erhalten.
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