Studie in Supermärkten: Gefährliche Keime in Wurstwaren nachgewiesen

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Eine im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellte Studie weist in mehreren Wurstprodukten aus Supermärkten gegen Antibiotika resistente Keime nach. In zehn von 63 Proben wurden ESBL-bildende Bakterien (Extended-Spectrum Beta-Laktamase) nachgewiesen, diese bilden Enzyme, die die Wirkung von Antibiotika aufheben.

Eine im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellte Studie weist in mehreren Wurstprodukten aus Supermärkten gegen Antibiotika resistente Keime nach. In zehn von 63 Proben wurden ESBL-bildende Bakterien (Extended-Spectrum Beta-Laktamase) nachgewiesen, diese bilden Enzyme, die die Wirkung von Antibiotika aufheben. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Grünen-Fraktion mehrere Wurstsorten testen lassen, damals fand man in acht von 50 Proben ESBL-Erreger.

Besonders Mett gefährlich
Stichprobenartig wurden für die Studie Rohwurstsorten in 13 Städten untersucht: Mett, Teewurst, Salami und Schinken. Besonders erschreckend sind die Ergebnisse bei den Mettprodukten, hier enthielten von 36 getesteten Proben acht ESBL-bildende Bakterien. Die zur Familie der sogenannten Enterobakterien gehörenden Keime, besiedeln vorwiegend den Darm und sind nicht generell gesundheitsschädlich. Allerdings kann eine ESBL-Infektion für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden.

Zu viel Antibiotika in der Nutztierhaltung
Nach Aussagen von Kritikern verbreiten sich ESBL-Keime durch den massiven Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung, da alle anderen Keime durch das Medikament ausgeschaltet werden. Dies nutzt Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter zur generellen Kritik am System der Tiermast und warnt, dass die Produktionsmethoden beim Billigfleisch gesundheitsgefährdend seien. Aufgrund der alarmierenden Ergebnisse bei Putenwurst (in sechs von neun Fällen wurden ESBL-Erreger nachgewiesen) fordert Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff die Branche auf, die Haltungsbedingungen bei Puten zu verbessern.

Seit 1. April neue Meldepflichten
Um den Antibiotika-Einsatz in der Tiermast einzudämmen, müssen Anwendungen bei Schweinen, Hühnern, Puten und Rindern seit dem 1. April alle sechs Monate beim Amt gemeldet werden. Es erfolgt eine bundesweite Erfassung und Bewertung der Daten. Antibiotika sollen generell nur im Ausnahmefall verabreicht werden, um eine Wirkungsresistenz bei Menschen zu vermeiden. Es können Prüfungen und Gegenmaßnahmen von den Behörden angeordnet werden.



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