Deutsche Anleger im internationalen Vergleich risikoscheu

  1. Geldanlagen
  2. Tarifeverzeichnis



Nach einer Untersuchung der Postbank sind die Deutschen trotz der konstant niedrigen Zinsen eher risikoscheu. Mit aktivem Sparen wurde zwar ein Geldvermögen von rund 148 Euro gebildet, doch die positive Kursentwicklung der Börsen ließen die Geldvermögensbestände stärken (um 200 Milliarden Euro oder rund 4 Prozent) auf 5.152 Milliarden Euro ansteigen.

Nach einer Untersuchung der Postbank sind die Deutschen trotz der konstant niedrigen Zinsen eher risikoscheu. Mit aktivem Sparen wurde zwar ein Geldvermögen von rund 148 Euro gebildet, doch die positive Kursentwicklung der Börsen ließen die Geldvermögensbestände stärken (um 200 Milliarden Euro oder rund 4 Prozent) auf 5.152 Milliarden Euro ansteigen. Im internationalen Vergleich haben Anleger aus den USA und Großbritannien die Nase vorn, da dort viel stärker in Wertpapiere investiert wird.

Sichere Anlageformen in Deutschland bevorzugt
Während seit Anfang des Jahrzehnts 92,5 Prozent der neu gebildeten Geldvermögen in Bankeinlagen und Versicherungen flossen, entfielen auf Aktien, Investmentfonds oder etwa festverzinsliche Wertpapiere lediglich 0,4 Prozent. Die extreme Zurückhaltung gegenüber kapitalmarktbasierten Anlagen ließ deren Bedeutung im Trend spürbar sinken, sodass 2013 nur noch 22,6 Prozent der gesamten Geldvermögensbestände darauf entfielen. Der Anteil lag vor Beginn der Finanzkrise noch bei rund 30 Prozent, zu Beginn des Jahrtausends mit ungefähr 35 Prozent sogar auf dem gleichen Niveau wie die Bankeinlagen.

Weniger Kapital in deutschen Haushalten
Marco Bargel, Chef-Anlagestratege der Postbank erklärt das differierende Anlageverhalten mit den im internationalen Vergleich geringen Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland. Die Amerikaner oder Briten verfügten über weitaus höhere finanzielle Mittel. Die hohe Sparquote Deutschlands hätte aber zum Aufholen der Deutschen geführt, insbesondere im Zuge der Finanzkrise.

Deutsche wieder im Hintertreffen
Im internationalen Vergleich haben deutsche Privathaushalte sehr zwiespältige Erfahrungen mit ihrem Vermögensaufbau bei gleichzeitig sehr konservativem Anlageverhalten und geringer Verschuldungsneigung gemacht. Die höhere Sparquote hat dazu geführt, dass sich der Abstand zu den angelsächsischen Ländern seit der Jahrtausendwende verringert hat. Die Sparquote in Deutschland liegt mit 10 Prozent in Relation zum verfügbaren Einkommen doppelt so hoch wie in den USA und in UK. Die deutschen Haushalte haben die Finanzkrise besser überstanden, was sich in einer stabileren Vermögenslage niederschlägt. Allerdings bedauert Bargel, dass die Deutschen bezüglich der Brutto- als auch der Nettogeldvermögen im internationalen Vergleich wieder nachhinken. Das Pro-Kopf-Vermögen in Deutschland stieg 2013 gegenüber dem Vorjahr nur um 2.500 Euro anstieg, der Zuwachs in UK betrug 4.500 Euro und in den USA sogar gut 10.000 Euro.

Keine Besserung ohne höhere Risikobereitschaft
Der Chef-Anlegestratege bei der Postbank macht die Risikoscheuheit der Deutschen für das niedrige Niveau an Kapitalmarktanlagen verantwortlich. Da die mangelnde Flexibilität der grundlegenden Relationen sieht er die Deutschen im Verhältnis zu den angelsächsischen Staaten durch deren ausgeprägte kapitalmarktorientierte Anlagekultur im Nachteil. Er bezweifelt, dass Deutschland den Rückstand zu anderen führenden Wirtschaftsnationen aufholen kann, wenn die Risikobereitschaft der Deutschen nicht spürbar ansteige. Daran würde selbst eine konstant überdurchschnittliche Sparquote nichts ändern.

Mehr zum Thema:

 



Das könnte Sie auch intressieren:
Market quotes are powered by TradingView.com




Weiterführende Informationen: