Rente mit 63 steht fest

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Jetzt ist es amtlich: Rente mit 63 Jahren. Allerdings gibt es Einschränkungen und nicht jeder kann in den Genuss der neuen Regelung kommen.

Rente
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Das verabschiedete Rentenpaket der Großen Koalition, mit dem ein Wahlversprechen umgesetzt wurde, sichert Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung eine gesetzliche Rente mit 63 Jahren ohne Abzüge. Allerdings gilt dies nur für Rentner, die vor 1952 geboren sind. Renten der Mütter, deren Kinder vor 1992 das Licht der Welt erblickten, werden um einen auf zwei Rentenentgeltpunkte aufgestockt. Das Vorhaben, von dem über neun Millionen Mütter profitieren sollen, ist mit jährlichen Kosten von etwa 6,3 Millionen Euro der teuerste Teil des Rentenpakets.

Besonderheiten der Rente mit 63
Obwohl es sich hier um eine einfache Regelung zu handeln scheint, (pro Kind, das vor 1992 geboren wurde, Aufstockung um einen Punkt - Entgeltpunkt West: 28,61 Euro; Ost: 26,39 Euro) gibt es wohl doch einige Besonderheiten. So ist der Rentenwert davon abhängig, ob das Kind in den alten oder neuen Bundesländern geboren und erzogen wurde. Der Lebensmittelpunkt vieler Menschen hat sich seit der Wiedervereinigung von Ost nach West und umgekehrt verlagert.

Pauschale Rentenerhöhungen für Rentnerinnen
Im Regelfall wird bei erziehenden Personen (Müttern und gegebenenfalls Vätern), die schon seit dem 1. Juli 2014 eine gesetzliche Rente erhalten, wird pauschal automatisch ein zusätzlicher Rentenentgeltpunkt je Kind angerechnet.

Änderungen durch die Erhöhung
Hierbei handelt es sich um Bruttowerte, die gegebenenfalls sowohl steuer- als auch sozialversicherungspflichtig im Bereich Kranken und Pflege sind. Es erfolgt unter Umständen eine Anrechnung des erhöhten Kinderzuschlags bei Grundsicherungsbeziehern. Zusätzlich kann die Aufstockung der Mütterrente eine Erhöhung oder Reduzierung von Hinterbliebenenrenten bewirken. Bei Geschiedenen kann der Versorgungsausgleich beeinflusst werden. Pfändungen können sich ebenfalls auf Mütterrente auswirken.

Rentenkonto sollte Erziehungszeiten erfassen
Falls die Kindererziehungszeiten bereits erfasst sind, müssen diejenigen, die bis zum 1. Juli noch keine Rente beziehen, nichts mehr unternehmen, die Ergänzung des Rentenkontos erfolgt automatisch. Die Rentenversicherung prüft bei Versicherten (ab dem 43. Lebensjahr), im sogenannten Kontenklärungs-Verfahren, ob alle für die Rentenberechnung relevanten Zeiten erfasst sind.
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Mindestens fünf Jahre Beitragszahlung
Generell muss eine Mindestbeitragszahlung von fünf Jahren zum Bezug einer Rente erfolgt sein. Falls eine Mutter vor 1992 drei Kinder geboren hat, erwirbt sie schon allein aus Kindererziehungszeiten einen Rentenanspruch. Die Regelung greift auch, die Geburt eines Kindes vor 1992 und eines nach dem 31. Dezember 1991 erfolgte. Bei nach dem 31. Dezember 1991 geboren Kindern, werden drei Beitragsjahre anerkannt.

Grenzfälle der Rente mit 63 Jahren
Schwierig wird es, wenn Mütter, die noch keine Rente beziehen, vor 1992 nach der Geburt wieder beitragspflichtig berufstätig waren, da sich maximal der sich aus der Beitragsbemessungs-Grenze ergebende Rentenentgeltpunkt gutgeschrieben werden kann. Zur Erhaltung der Beitragsbemessungs-Grenze werden die Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten gegebenenfalls gemindert. Gerade Mütter in den neuen Bundesländern können betroffen sein, da diese zu DDR-Zeiten zeitnah wieder berufstätig geworden sind.
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