Ältere Arbeitnehmer werden bei Neueinstellungen häufig benachteiligt

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Bei Neueinstellungen geraten Arbeitnehmer über 54 Jahre häufig ins Hintertreffen, gleichzeitig sind Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 länger in bestehenden Jobs beschäftigt.

Arbeitnehmer
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Das Alter der Arbeitnehmer erhöht sich zunehmend, Erwerbstätige zwischen 55 und 64 Jahren sind länger in bestehenden Jobs tätig, daher nimmt die Erwerbsquote zu. Dagegen werden Arbeitnehmer über 54 Jahre bei Neueinstellungen meist gegenüber Jüngeren benachteiligt.

Anstieg von 4.2 auf 5,7 Millionen Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 innerhalb von 10 Jahren
Im neuen Altersübergangs-Report, der von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird, kamen Martin Brussig und Katarina Eggers zu dem Ergebnis, dass zwischen 2000 und 2010 ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahren von 4,2 auf 5,7 Millionen verzeichnet wurde. Dies verdeutlicht, dass Beschäftigte immer länger auf eine Arbeitsstelle angewiesen sind, da Möglichkeiten zur Frühverrentung fehlen.

Auswirkung auf die Einstellungspolitik der Unternehmen
Die Forscher des Instituts Arbeit und Qualifikation IAO haben die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Einstellungspolitik der Unternehmen analysiert. Demzufolge resultiert die zunehmende Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer vor allem darauf, dass diese länger in bestehenden Arbeitsplätzen beschäftigt sind. Vergleichsweise werden diese bei Neueinstellungen jedoch eher selten berücksichtigt.

Auswertung der Personen- und Betriebsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Im Rahmen der Auswertung der Daten für 1993, 1998, 2008 und 2010 kamen die IAQ-Wissenschaftler zu dem Resultat, dass 4,9 Prozent der 25- bis 54-Jährigen 2010 vor kurzem den Arbeitsplatz gewechselt hatten. Bei den 55- bis 59-Jährigen lag der Anteil bei nur 3 Prozent und bei den 60- bis 64-Jährigen waren es nur 2,8 Prozent. Außer einem leichten Anstieg zum Ende des Beobachtungszeitraums war über die Jahre keine große Veränderung dieser Werte zu verzeichnen.

Die Eintrittsrate von älteren Beschäftigten lag der Auswertung zufolge bei kleinen und mittleren Unternehmen höher als bei Großbetrieben.
Über die Jahre wurde zudem eine Verbesserung der Chancen ältere Bewerber auf eine Neubeschäftigung in Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten verzeichnet.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Wissenschaftler im Hinblick auf Teilzeitstellen.

Ob diese Auswertungen jedoch den Beginn eines längeren Trends bedeuten, wird jedoch erst in den kommenden Jahren deutlich werden.
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