Rente mit 63 - bereits über 12.000 Anträge

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Die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren wird ab 1. Juli 2014 eingeführt, bereits Anfang Juni wurden über 12.000 Anträge eingereicht.

Rente
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Ab 1. Juli tritt die Regelung zur abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren in Kraft, Anfang Juni lag die Zahl der eingegangenen Anträge bereits bei über 12.000. Den Angaben des Bundessozialministeriums wird diese Zahl jedoch als bislang überschaubar erachtet, wie ein Sprecher des Ministeriums berichtet. Dem Ministerium liegen jedoch den Angaben zufolge noch keine eigenen Zahlen vor.

Rente ab 63 Jahren ab 1. Juli 2014:
Die Rente ab 63 Jahren können diejenigen beanspruchen, die mindestens 45 Jahre Einzahlungen in die Rentenversicherung geleistet haben. Bis 2029 erfolgt jedoch eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre. Für die Neuregelung fallen Kosten in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro jährlich an.

Bis Anfang Juni bereits über 12.000 Anträge eingegangen
Bei der Rentenversicherung Bund DRV Bund gingen laut einem Behördensprecher bis Anfang Juni rund 6.000 Anträge auf die abschlagsfreie Rente ab 63 ein.
Einem Bericht der Bildzeitung zufolge sollen laut Expertenangaben bei den regionalen Rentenversicherungsträgern ebenfalls rund 6.000 Anträge eingegangen sein, sodass die Zahl der Anträge bei über 12.000 liegt.
Laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa sollen allein in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen insgesamt etwa 7.000 Antrage auf die abschlagsfreie Rente ab 63 eingegangen sein, davon lag die Zahl in Baden-Württemberg allein bei 1.500 Anträgen.
Den Erklärungen eines Ministeriumssprechers zufolge wurde bereits von rund 150.000 Bürgern jährlich eine Rente ab 63 nach altem Recht angepeilt. Durch die Neuregelung ab 1. Juli 2014 erwartet die Bundesregierung eine Anzahl von maximal 50.000 Bürgern, die früher in den Ruhestand gelockt werden.

Welle der Frühverrentung seitens der Wirtschaft prognostiziert
Die deutsche Wirtschaft steht der Regelung zur abschlagsfreien Rente ab 63 skeptisch gegenüber und befürchtet eine Welle der Frühverrentung der Erwerbstätigen. Laut der Erklärung von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gegenüber der Bildzeitung wird dadurch ein herber Schlag für die betroffenen Firmen erwartet, die letztendlich mit Fachkräfteengpässen zu kämpfen haben.

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sieht die Neuregelung positiv
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt dagegen steht der Regelung zur abschlagsfreien Rente ab 63 positiv gegenüber, da in diesen Branchen viele Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen gar nicht in der Lage zur Erwerbstätigkeit bis 65 seien. Robert Feiger, der Bundesvorsitzende der IG Bau, erwartet mit der Zeit einen Rückgang der Antragszahlen und sieht keine Gefahr einer Welle der Frühverrentung.
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