Studie: Deutsche unzufrieden mit Betreuungsgeld

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Aktuelle Studie zum Betreuungsgeld spiegelt die Unzufriedenheit mit dessen Umsetzung wider und zeigt, wie negativ das Thema emotional behaftet ist.

Ein Jahr nach Einführung des Betreuungsgeldes hat das in Köln ansässige Marktforschungsinstitut YouGov im Zeitraum 08.08. bis 11.08.2014 insgesamt 1.040 Personen repräsentativ zu diesem Thema befragt. Außerdem wurden für eine qualitative Befragung des "YouGov Omnibus Qualitative" 15 Personen zu einer Diskussion eingeladen.

Schlagwort "Betreuungsgeld" emotional sehr negativ behaftet
Die Bundesbürger erkennen im Kern den guten Ansatz des Betreuungsgeldes, monieren in Bezug auf die Umsetzung allerdings deutlich den fehlenden Bezug zu den Lebensrealitäten sowohl der Kinder als auch ihrer teils jungen Eltern.

So würde das Gros der deutschen Bevölkerung mit 53 % das im Volksmund als "Herdprämie" titulierte Betreuungsgeld direkt wieder abschaffen, während nur 34 % für die Beibehaltung des Modells plädieren. Auch glaubt die Mehrheit mit 52 %, das Betreuungsgeld verschlechtere die Entwicklung der Kinder. Lediglich 37 % stimmen dieser Aussage nicht zu. Interessant: unter den 18- bis 24-Jährigen favorisieren 41 % eine Abschaffung, wohingegen 44 % weiterhin diese staatliche Unterstützung fordern.

Die negativen Argumente überwiegen
Als negativ bewertet wird das Betreuungsgeld, weil es nach Meinung der Befragten nicht deutlich genug den Kindern zugute komme und ohne Kontrolle des tatsächlichen Verwendungszweckes gezahlt werde. Gerade in bildungsfernen Schichten oder Familien mit Migrationshintergrund diene es nicht der frühkindlichen Förderung, Kinder erst mit drei Jahren oder gar später in die Kita zu geben. Diesen Kindern fehle die Vermittlung wichtiger sozialer und sprachlicher Kompetenzen. Der tägliche Umgang "alleine" mit Eltern und Geschwister reiche nicht aus.

Das Betreuungsgeld wird aber durchaus auch als Anerkennung für junge Eltern verstanden, die ihre Kinder selbst zu Hause betreuen.
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