Bearbeitungsgebühren für Kredite können rückwirkend ab 2004 zurückgefordert werden

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Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) können Bankkunden die beim Abschluss eines Verbraucherkredits erhobenen Bearbeitungsgebühren zurückfordern. Dies kann rückwirkend ab dem Jahr 2004 geltend gemacht werden.

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Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) können Bankkunden die beim Abschluss eines Verbraucherkredits erhobenen Bearbeitungsgebühren zurückfordern. Dies kann rückwirkend ab dem Jahr 2004 geltend gemacht werden. Allerdings gehen die Verbraucherschützer nicht davon aus, dass die Geldinstitute das Geld nicht ohne Weiteres erstatten. Hier gilt es auf dem Weg zu einer Klageandrohung, einige Schritte zu beachten.

Was muss geprüft werden, um eine Erstattung zu beantragen?
Da das BGH eine neben den Zinsen geforderte Bearbeitungsgebühr für einen Konsumentenkredit als unzulässig erklärt hat, kann der Kunde diese zurückfordern. Allerdings muss diese in den Vordrucken zum Kreditvertrag formularmäßig erhoben werden, bei einer gesonderten Vereinbarung ist eine Rückforderung nicht möglich. Im Schnitt wurden zwei Prozent der Kreditsumme als Entgelte verlangt, seit einiger Zeit erheben aber immer weniger Banken diese Gebühr.

Verjährungsfrist beachten
Kreditnehmer, die vor 2004 einen Kredit abgeschlossen haben, können keine Rückforderungsansprüche geltend machen, da diese laut BGH verjährt sind. Hier gilt die gesetzliche Verjährungsfrist von zehn Jahren. Da zum 31. Dezember dieses Jahres viele Ansprüche verfallen, sollten die Verbraucher schnell ihre Verträge prüfen.

Wie komme ich an mein Geld?
Die Verbraucherzentralen oder die Stiftung Warentest stellen einen Musterbrief zur Verfügung und raten mit diesem die Forderungen geltend zu machen und nicht direkt einen Anwalt zu beauftragen. Im Falle einer eigenständig erhobenen Forderung müssen eventuell später anfallende Anwaltskosten von der Bank übernommen werden.

Möglichkeiten bei Zurückweisung der Forderungen
Falls die Bank die Rückerstattung verweigert, sollte der Ombudsmann der Banken oder ein Anwalt eingeschaltet werden. Falls der Anspruchsteller sich einer Sammelklage anschließt, bei der der Anwalt mehrere hundert Betroffene vertritt, senkt dies die Kosten und Risiken für den Einzelnen.
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