Deutsche Bank: Aktien-Anlagestrategie für 2015

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Wachstum der Weltwirtschaft beschleunigt sich in diesem Jahr, Aktien sind weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Finanzstrategie von Privatanlegern.

Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, gibt 10 Prognosen zu Chancen und Risiken über Finanzplanung mit Aktien in 2015.

1. Die USA und China lassen Europa im Wachstum hinter sich
Dr. Stephan rechnet mit einem beschleunigten Wachstum der Weltwirtschaft, für 2015 erwartet er ein Plus von 3,6 Prozent. Allerdings wächst die Wirtschaft regional sehr unterschiedlich, für die US-Konjunktur werden 3,5 Prozent prognostiziert und somit eine weitere Erhöhung, das Wachstum Deutschlands und des Euroraums muten mit jeweils erwarteten 0,8 Prozent gering an. Der wirtschaftliche Umbruch Chinas zu einer nachhaltigeren, stärker am Konsum ausgerichteten Wirtschaftspolitik, bremst das Wachstum. Letztendlich wird ein gesundes Plus von 7,0 Prozent erwartet.

2. US-Notenbank macht den ersten Schritt zum Ende der Nullzins-Politik
Für 2015 schlagen die Notenbanken der USA und Großbritannien andere Wege zu Japan und dem Euroraum ein. Hier erwartet man im Laufe des Jahres eine Erhöhung der Leitzinsen. Durch die schwache Konjunktur können sich Japan und die Euroländer dieser Taktik nicht anschließen. Durch den Ankauf von Staatsanleihen wird die Europäische Zentralbank versuchen, eine Deflation im Euroraum abzuwenden – die Zielerreichung ist noch fraglich.

3. Aufwertung des US-Dollars hält an
Für 2015 geht Dr. Stephan von einem weiteren Anstieg des Dollars aus, unter anderem begründet durch die steigende Attraktivität für US-Anlagen für ausländische Investoren durch die steigenden Zinsen. Da an den Rohstoffmärkten überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, könnten diese 2015 unter Preisdruck bleiben.

4. Trotz der steigenden Zinsen bei Staatsanleihen sind diese noch nicht hoch genug
Für 2015 wird mit einem leichten Zinsanstieg für Staatsanleihen mit guter Bonität gerechnet. So erwartet Stephan bei zehnjährigen Bundesanleihen bis Jahresende eine Rendite von 1,1 Prozent. Allerdings gibt es noch keinen Grund zur Entspannung bei den Rentenanlegern, die lockere Geldpolitik der EZB limitiert den Höhenflug.

5. Chancen am Rentenmarkt – allerdings überwiegend im Ausland
Interessante Renditen am Rentenmarkt können nur mit höherem Risiko erreicht werden. So weisen beispielsweise Schwellenländer-Anleihen in Lokalwährung aktuell eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent auf. Mit der hohen Verzinsung können auch Kursverluste abgefangen werden. Erste Regel bei dieser Anlageklasse ist eine breite Risikostreuung und professionelles Management.

6. Immobilien interessante Alternative zu den Minimalzinsen
Auch in 2015 sieht Dr. Stephan Immobilien als interessante Anlage, auch als Alternative für Rentenanleger. Seine favorisierten Objekte sind erstklassige Büro- und Einzelhandelsräumlichkeiten in den USA sowie an ausgewählten Standorten in Europa und Asien.

7. Aktienmärkte Europa und USA schwanken zwischen Überraschung und Stabilität
Aktien sind auch in 2015 eine wichtige Anlageform. Europäische Aktien punkten durch die recht günstige Bewertung und den schwachen Euro, dagegen sprechen der Reformstau und die unklaren Wachstumsprognosen für den Euroraum. US-Aktien haben Potenzial für positive Überraschungen – durch ein positives Konsumverhalten und eine starke Konjunktur.

8. Aufwind durch Reformen für die Aktienmärkte China, Indien & Co. erwartetet Nicht alle Schwellenländeraktien sind in 2015 aussichtsreich, positive Entwicklungen werden nur in Ländern erwartet, die aktiv wirtschaftliche Reformen und das Thema Marktliberalisierung verfolgen. Positiv bewertet werden in dieser Hinsicht China, Indien und Indonesien, während man Brasilien und Russland mit Skepsis gegenübersteht.

9. Altbekannte Risiken
Der Finanzmarkt könnte in 2015 durch geopolitische Spannungen (etwa in der Ukraine und im Nahen Osten) erschüttert werden, zusätzlich bergen die 2015 anstehenden Parlamentswahlen in mehreren europäischen Ländern ein Störungspotenzial. Generell erwartet Dr. Stephan stärkere Schwankungen. Falls die Abwertung von Euro und Yen gegenüber dem US-Dollar zu rapide erfolgt, kann ein Währungskrieg drohen, in dem die Länder um die internationale Wettbewerbsfähigkeit kämpfen.

10. Nur mit einem ausgeklügelten Portfolio können niedrige Zinsen und schwankende Aktien ausgeglichen werden.
Dr. Stephan rät zu einer breiten Streuung des Vermögensportfolios, beispielsweise über Anlageklassen, Regionen und Währungsräume. So werde das Verhältnis von Renditechance und Risiko verbessert und man sei für Überraschungen an den Finanzmärkten gewappnet. Eine Alternative für Anleger, denen die Zeit zur regelmäßigen Marktbeobachtung fehlt, bieten Multi-Asset-Fonds. Diese investieren in mehrere Anlageklassen und werden aktiv gemanagt.

Fazit: Globale Expertise ist unerlässlich
Mit erneut interessanten Chancen steigen allerdings auch die Herausforderungen für Anleger. So muss zeitnah auf geopolitische Entwicklungen und Zinsänderungen reagiert werden, zudem müssen weltweit die passenden Investments gefunden werden. Dr. Ulrich Stephan hält einen Aktienanteil von rund 50 Prozent für das Anlageziel „Balance“ für sinnvoll. Zusätzlich sind für ihn flexibel gemanagte Anleihen als Beimischung interessant, ebenso wie spezifische Immobilieninvestments.

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