25 Prozent aller neuen Arbeitslosen erhalten nur Hartz IV

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25 Prozent aller Beschäftigten, die arbeitslos werden, bekommen anstatt Arbeitslosengeld nur Hartz IV.

Hartz IV
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Von den 2,65 Millionen Erwerbstätigen aus dem ersten Arbeitsmarkt, die 2014 arbeitslos wurden, erhielten rund 625.000 Betroffene kein Arbeitslosengeld sondern rutschten direkt in die Grundsicherung Hartz IV. Damit hatten 25 % noch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Dies geht laut dpa aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Frage der Fraktionsexpertin für Arbeitsmarktpolitik der Grünen, Brigitte Pothmer hervor.

Die Kritik von Brigitte Pothmer umfasst unter anderem, dass für einen Anspruch auf sechs Monate Arbeitslosengeld die Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung über mindestens 12 Monate innerhalb von zwei Jahren vorausgesetzt ist. Die Arbeitslosenversicherung greift somit bei fast einem Viertel der Betroffenen nicht. Insbesondere Arbeitnehmer in kurzfristigen oder prekären Beschäftigungsverhältnissen sind bei Arbeitslosigkeit vom direkten Abrutschen in Hartz IV bedroht.

Forderung der Bundestagsabgeordneten der Grünen
Die Forderung von Frau Pothmer umfasst unter anderem eine Anpassung der Arbeitslosenversicherung auf die Veränderungen in der Arbeitswelt, da sich dieser Trend im Hinblick auf die Digitalisierung und der Schaffung neuer Beschäftigungsvarianten entsprechend erhöhen wird.
Künftig soll der Forderung zufolge bereits nach einer Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung über einen Zeitraum von vier Monaten ein zweimonatiger Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Mit der Leistungsdauer soll sich dann der Bezugszeitraum erhöhen. Dadurch könnte eine Entlastung des über Steuergelder finanzierten Systems Hartz IV erreicht werden.
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