Ältere Menschen bei Kreditvergabe benachteiligt

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Der Ruhestand bietet zwar viel Zeit, um Reisen zu planen und sich vielen Freizeitaktivitäten anzuschließen – häufig scheitern große Vorhaben im Alter dann an nicht verfügbarem Geld. Bei Krediten werden die Anfragen von älteren Menschen häufig abgelehnt. Wie die Experten der ARAG mitteilen, wird eine steigende Zahl von Ablehnungen von Kreditanträgen von Menschen im höheren Alter verzeichnet.

Die Banken rechnen dabei anscheinend mit dem erhöhten Risiko, dass möglicherweise aufgrund des Alters der Kredit nicht mehr vollständig zurückbezahlt wird. Da Erben die Möglichkeit haben, das Erbe in vollem Umfang abzulehnen, wären diese von der Rückzahlungspflicht für die Erblasser befreit. Auch die Anbieter von Restschuldversicherungen schließen meist Angebote für einen Versicherungsschutz von älteren Menschen aus. Sollten die Banken das finanzielle Risiko einer Kreditvergabe als zu hoch einschätzen, wird meist nicht einmal mehr die Bonität geprüft. Manche Banken und Kreditinstitute gewähren die Kredite an ältere Menschen nur mit hohen Risikoaufschlägen, die das Risiko eingrenzen sollen. Dadurch wird automatisch ein Zinssatz in horrender Höhe errechnet.

Die Experten der ARAG raten den Betroffenen älteren Menschen, sich auf jeden Fall gegen die Altersdiskriminierung rechtlich zu wehren. Diese Praxis der Banken entspricht nicht dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG, das in 2006 eingeführt wurde. Dieses verbietet ausdrücklich die Benachteiligung von Menschen wegen ihres Alters. Dieses Gesetz wird durch die Handhabung der Banken, den Rentnern keine Kredite zu gewähren oder diese nur zu überhöhten Zinsen wegen des Risikoaufschlags anzubieten, einfach missachtet.

In manchen Fällen kann dadurch der gewünschte Kredit erzielt werden. Dazu muss jedoch der Anspruch innerhalb einer Frist von 2 Monaten geltend gemacht werden. Betroffene Rentner und ältere Menschen müssen dafür lediglich Indizien vorweisen können, die auf eine Benachteiligung hindeuten. Um möglicherweise diskriminierende Bemerkungen der Bearbeiter bei der Bank nachweisen zu können, ist es empfehlenswert, die Gespräche betreffend der Kredite nur mit einer Begleitperson zu tätigen. Diese kann im Zweifelsfall als Zeuge auftreten. Um sich gegen die Vermutung der Altersdiskriminierung zu wehren, ist die Bank dann in der vollen Beweislast.

Gleichzeitig kann ein Wechsel der Bank oder des Kreditinstituts hilfreich sein. Wie die Experten der ARAG mitteilen, wird diese Form der Altersdiskriminierung nicht bei allen Banken gehandhabt. Das bedeutet, dass einige renommierte Banken nicht in erster Linie auf das Alter achten, sondern eine Kreditvergabe von der Bonitätsprüfung abhängig machen, wie dies auch im Regelfall bei anderen Altersgruppen üblich ist.

Eine weitere Möglichkeit für Betroffene, sich zur Wehr zu setzen, ist die Weiterleitung der Information über den jeweiligen Fall an die Antidiskriminierungsstelle ADS – unter www.antidiskriminierungsstelle.de. Die ADS kann eine außergerichtliche Einigung bewirken, indem sie als Schlichterin mit der Bank Kontakt aufnimmt.

Der Kontakt zu den Schlichtungsstellen, die bei Banken, Sparkassen, Landesbanken, privaten Banken und bei Bausparkassen existieren kann ebenfalls hilfreich sein. Die Adresse der jeweiligen Schlichtungsstelle kann sowohl bei der Geschäftsstelle der Bank direkt erfragt werden oder über die Internetseite des Bankenverbandes unter:
Schlichtungsstellen recherchiert werden.




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