Elterngeld und Elternzeit: Auf was Sie achten sollten

  1. Elterngeld
  2. Tarifeverzeichnis


Rechte und Pflichten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Beansprucht werden kann die Elternzeit nur, wenn das Kind das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei der Beantragung der Elternzeit beim Arbeitgeber muss eine Frist von sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit eingehalten werden. Der Arbeitgeber darf dem Antrag bei Fristeinhaltung nicht widersprechen. Zustimmen muss er nur dann, wenn eine Verlängerung oder Verkürzung der Elternzeit vorgesehen ist.

Acht Wochen, bevor die Elternzeit beginnt, und während der Elternzeit selbst tritt der Kündigungsschutz in Kraft. Dem Arbeitnehmer selbst ist es möglich, bei Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist das Arbeitsverhältnis zum Ende der Elternzeit zu kündigen. Ist der Arbeitnehmer vollzeitbeschäftigt, hat der Arbeitgeber während der Elternzeit das Recht, für jeden ganzen Kalendermonat die Urlaubsansprüche um ein Zwölftel zu kürzen.

Die Elternteilzeit mit maximal 30 Stunden pro Woche kann in Anspruch genommen werden, wenn der Arbeitgeber mindestens 16 Arbeitnehmer beschäftigt hat. Nach Beendigung der Elternzeit besteht für den Arbeitnehmer ein grundsätzlicher Anspruch auf die gleiche Beschäftigung wie vorher.

Berechnung des Elterngeldes

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem vor der Geburt bezogenen monatlichen und bereinigten Nettogehalt und wird je nach Einkommenshöhe gestaffelt. Die Untergrenze des Elterngeldes beträgt 300 Euro, die Obergrenze 1.800 Euro.

Das Elterngeld kann 12 Monate lang bezogen werden, solange das Kind den 14. Lebensmonat noch nicht vollendet hat. Der Anspruch verlängert sich um zwei Monate, wenn auch der zweite Elternteil in Elternzeit geht.

Wichtiges zur Kranken- und Rentenversicherung

Elterngeldbeziehende, die Pflichtmitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind, brauchen während der Elternzeit keine Krankenversicherungsbeiträge zu zahlen. Wer bei einer gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen in die Familienversicherung wechseln. Anderenfalls berechnen sich die Beiträge nach dem Einkommen während der Elternzeit selbst. Mitglieder privater Krankenversicherungen können eventuell eine Freistellung beantragen, ansonsten müssen sie normalerweise den gleichen Beitrag wie vorher zahlen.

Für ein ab 1992 geborenes Kind erkennt dem Erziehenden die gesetzliche Rentenversicherung drei Erziehungsjahre an. Während des alleinigen Bezugs von Elterngeld müssen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung entrichtet werden. Unter bestimmen Voraussetzungen kann die Erziehungszeit auf den anderen Elternteil übertragen werden. Auch gibt es die Möglichkeit, die Rentenansprüche aufzuwerten, wenn mehr als ein Kind zur gleichen Zeit erzogen wird oder die Eltern über ein geringes Einkommen verfügen.


Vorsicht bei Beitragsfreistellungen

Wer über eine private Rentenversicherung verfügt, der kann für die Dauer der Elternzeit eine Beitragsfreistellung beantragen. Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass die private Rentenversicherung auf einer Gesundheitsprüfung bestehen kann, wenn die Freistellung abgelaufen ist. Je nach Ergebnis kann das zu höheren Beiträgen führen als vorher.

Auch für eine vom Arbeitnehmer finanzierte Betriebsrente kann eine Beitragsfreistellung beantragt werden, was sich allerdings negativ auf die Höhe der späteren Betriebsrente auswirkt. Nach Ablauf der Elternzeit und der Beitragsfreistellung gelten die gleichen Vertragsbedingungen unverändert weiter.


Mehr zum Thema:

 


Das könnte Sie auch intressieren: