Weniger Elterngeld ab 2013

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Nach den Plänen der Bundesregierung soll das deutsche Steuerrecht wieder einmal vereinfacht werden. Allerdings nicht für den Steuerzahler, sondern für das Finanzamt. Doch die künftig erhöhte Planungssicherheit der Behörde wird viele werdende Mütter und Väter bares Geld kosten - nämlich Einbußen beim Elterngeld.

Regelung 2012
Derzeit bekommen Eltern für ihr Neugeborenes 65 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 bis 14 Monate vor der Geburt, maximal 1.800 Euro monatlich. Die Berechnung ist für werdende Eltern übersichtlich, man legt den Nettolohn nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zu Grunde und zieht noch ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags ab. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden nicht berücksichtigt. Grundsätzlich gilt also: Je höher der Netto-Lohn, desto mehr Elterngeld.

Änderungen 2013
Ab nächstem Jahr wird das Elterngeld vom Bruttolohn bis zu 14 Monate vor der Geburt berechnet. Die reellen Abzüge auf der Gehaltsabrechnung werden ignoriert, statt dessen wird vom Staat eine neue Pauschale vom Brutto subtrahiert, die sich auf insgesamt 21 Prozent für Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung summiert. Da dieser Wert die aktuellen Beitragssätze um einen halben Prozentpunkt übersteigt, wird das so berechnete Nettoeinkommen geringer und folglich wird weniger Elterngeld gezahlt.

Mit welchen Einbußen haben Eltern zu rechnen
Die erhöhten Pauschalabzüge lassen das Elterngeld bei einem Bruttolohn zwischen 2.000 imd 3.000 Euro um sieben bis zehn Euro monatlich schrumpfen, das ist also noch zu verkraften. Das neue Gesetz beeinflusst aber die vom Brutto abzuziehende Lohnsteuer. Ein wichtiger Faktor ist hier die Lohnsteuerklasse, nach der die Abzüge des betreuenden Elternteils in den letzten Monaten berechnet wurden.

Ein cleverer Wechsel der Steuerklasse während der Schwangerschaft kann das Nettoeinkommen nach oben schrauben und bringt unter Umständen einige Hundert Euro mehr im Monat. Leider nutzt dies in Zukunft aber nur noch, wenn die Steuerklasse mindestens sieben Monate vor der Geburt geändert wurde. Um dem Staat Planungssicherheit zu verschaffen, müssen werdende Eltern eigentlich schon beim ersten Kinderwunsch die Steuerklasse neu definieren und sich schon früher entscheiden, wer zu Hause bleibt.


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