Falsche Angaben bei privater Krankenversicherung führen zum Versicherungsverlust

  1. Private Krankenversicherung
  2. Tarifeverzeichnis


Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs kann ein Krankenversicherer bei arglistiger Täuschung eines Kunden vom Vertrag zurücktreten. Dies gilt, falls Fragen zur Gesundheit vom Versicherungsnehmer im Versicherungsantrag vorsätzlich falsch oder gar nicht beantwortet werden. Der Sachverhalt ist auch bei Beantwortung der Fragen durch einen Versicherungsmakler und selbst dann, wenn die Belehrung im Sinne des Paragrafen 19 des Versicherungsvertragsgesetzes nicht ausreichend durchgeführt wurde (Az. IV ZR 306/13 v. 12. März 2014).

Lügen lohnt sich nicht
Der Bundesgerichtshof ging jetzt in seinem Urteil mit der Meinung der Vorinstanzen des Landgerichts Bonn und des Kölner Oberlandesgerichts konform, die einen Rücktritt einer Krankenversicherung für rechtmäßig erklärt hatten. Im konkreten Fall hatte der Versicherte geklagt, der über seinen Vermittler einen Antrag für eine private Kranken- und Pflegeversicherung stellen wollte. Im Antrag hatte der Makler Falschaussagen zu bestehenden Vorerkrankungen gemacht. Dies nahm der Versicherer zum Anlass, um vom Vertrag mit der Begründung einer arglistigen Täuschung durch den Versicherten zurückzutreten. Der Versicherte fühlte sich ungerecht behandelt und klagte, da er nicht selbst diese Aussage gemacht hatte und zudem nicht ausreichend über die Folgen der Falschaussage informiert worden sei.

Gesundheitsfragen stets vollständig und wahrheitsgemäß beantworten
Mit diesem Urteil wird erneut bestätigt, dass es sich Falschaussagen für Versicherte beim Ausfüllen eines Versicherungsantrages für eine private Krankenversicherung nicht lohnen. Für alle anderen Versicherungen, bei denen Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen, ist natürlich ebenfalls die wahrheitsgemäße Beantwortung unerlässlich. Die Gesundheitsfragen im Antrag müssen immer vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, unabhängig davon, ob der Antrag von einem Vermittler ausgefüllt wird oder ob der Versicherte dies selbstständig durchführt. Ansonsten kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Bei Abschluss eines Neuvertrages muss ein solcher Rücktritt begründet werden, dies kann den Neuabschluss eines Vertrages erschweren.



Mehr zum Thema:

 


Das könnte Sie auch intressieren: