Handynutzung am Steuer verboten - strengere Strafen durch Reform seit 1. Mai 2014

  1. Handy
  2. Tarifeverzeichnis


Mit der am 1. Mai 2014 in Kraft tretenden Reform der Flensburger Punktekartei gehen zahlreiche Änderungen einher, insbesondere für die Handynutzung am Steuer gelten schärfere Regeln und höhere Strafen. Das bisher gültige Verkehrszentralregister VZR in Flensburg wird mit der Änderung ab 1. Mai 2014 zum Fahreignungsregister FAER, das ein komplett neues Punktesystem vorsieht. Daraus resultieren auch höhere Bußgelder, beispielsweise liegt die Strafe für die Handynutzung am Steuer dann nicht mehr bei 40 € sondern bei 60 €. Zum Thema Handy im Auto sollten Autofahrer nachstehende Punkte beachten:

Telefonieren am Steuer mit dem Handy in der Hand ist verboten
Generell darf während der Autofahrt das Handy zum Telefonieren nicht in der Hand gehalten werden. Wer beim Autofahren telefonieren möchte, sollte eine Freisprechanlage nutzen. Das Handy darf keinesfalls in der Hand gehalten werden, auch wenn andere Funktionen der modernen Smartphones genutzt werden. Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss ab 1. Mai 2014 mit einem Bußgeld von 60 € rechnen. Bisher lag das Bußgeld bei 40 € und dem Fahrer drohten mindestens 1 Punkt im Verkehrszentralregister.

Wegdrücken eines Anrufes wird ebenfalls als Handynutzung am Steuer gewertet
Autofahrer, die einen Anruf während der Fahrt nicht entgegennehmen wollen und das Gespräch wegdrücken, wird dies ebenfalls als verbotene Handynutzung gewertet. Die Argumentation, dass mit dem Wegdrücken ein Telefonat vermieden werden sollte, wird vom Gericht nicht anerkannt, wie im Urteil des OLG Köln, Az. III-1RBs 39/12 deutlich wird.

Auf dem Fahrrad gilt ebenfalls das Handyverbot
Auch Fahrradfahrer dürfen während des Radelns nicht telefonieren, da diese laut Gesetz als Fahrzeugführer gelten. Das Bußgeld für Radler, die während der Fahrt mit dem Handy telefonieren, müssen mit einem Bußgeld in Höhe von 25 € rechnen.

Handy darf während der Fahrt nicht in die Hand genommen werden
Generell gilt: Ein Fahrzeugführer darf das Handy oder Smartphone während der Fahrt nicht in die Hand nehmen. Somit ist auch das Lesen von SMS ebenso wenig erlaubt, wie das Hochnehmen des Handys, um auf die Uhr zu sehen. Auch für das Lesen von Notizen oder das Navigieren mit dem Handy gilt, dass dieses sich nicht in der Hand des Fahrers befinden darf. Wer sein Handy als Navi nutzen möchte, sollte dies entweder in einer Konsole platzieren oder ins Auto legen, bedienen darf dieses dann während der Fahrt entweder der Beifahrer oder man muss das Auto abstellen und dabei den Motor abschalten, wenn der Fahrer das Handy bzw. Navi bedienen möchte.
Diese Regelungen werden aus den Urteilen Az: 2 Ss OWi 402/06, Az. 2 Ss OWi 177/05 und Az. 2 Ss OWi 1005/02 des OLG Hamm sowie aus dem Urteil Az. 81 Ss OWi 49/08 des OLG Köln deutlich.

Was ist mit dem Handy im Auto erlaubt?
Bei den zahlreichen Regelungen stellt sich für viele Autofahrer die Frage, was denn nun mit dem Handy im Auto überhaupt noch erlaubt ist. Generell darf das Handy vom Fahrzeugführer nicht in der Hand gehalten werden. Wer jedoch das Handy innerhalb des Autos nur von einer Stelle an eine andere legen möchte, darf dies tun. Sogar das Aufheben des Handys, wenn dieses während der Fahrt in den Fußraum fallen sollte, ist erlaubt. Urteile hierzu wurden vom OLG Köln mit Az. 83 Ss OWi 19/05 und vom OLG Düsseldorf mit Az. IV-2 Ss OWi 134/06 gefällt.
Wer das Handy am Steuer nutzen möchte, muss das Auto abstellen und den Motor ausschalten, dann darf der Fahrer im Fahrzeuginneren telefonieren und das Handy dabei in der Hand halten. Wer jedoch an einer roten Ampel steht, darf das Handy während der Rotphase nur dann nutzen, wenn der Motor abgestellt ist und das Telefonat beendet ist, bevor das Auto wieder gestartet wird. Wer ein Auto mit moderner Sprit-Spar-Technik fährt, das während der Wartezeiten an roten Ampeln selbständig den Motor abschaltet, darf das Handy in dieser Zeitspanne ebenfalls nutzen, ohne einen Verkehrsverstoß zu begehen. Dies wird im Urteil des OLG Hamm mit Az. 2 Ss OWi 190/07 deutlich.


Mehr zum Thema:

 


Das könnte Sie auch intressieren: