Anzahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2050 verdoppeln

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Der demografische Wandel führt dazu, dass der Anteil pflegebedürftiger Menschen, insbesondere derer über 80 Jahren, stark ansteigen wird.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat Modellrechnungen erstellt, nach denen aufgrund demografischen Wandels in Deutschland die Zahl der Pflegebedürftigen stark ansteigen wird. Lag die Zahl in 2007 noch bei 2,2 Millionen, wird für das Jahr 2020 eine Zunahme um 29 Prozent auf 2,9 Millionen und bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent auf 3,4 Millionen erwartet. Bis 2050 dürfte sich die Zahl mehr als verdoppelt haben – es werden 4,5 Millionen Pflegebedürftige erwartet.

Wie die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung zeigt, wird die Anzahl der Menschen im Alter von über 80 Jahren von 4,1 Millionen in 2009 auf 6,4 Millionen in 2030 ansteigen, bis 2050 sogar auf 10,2 Millionen. Für die Zahl der Pflegebedürftigen dieser Altersgruppe bedeutet dies einen voraussichtlichen Anstieg von 1,2 Millionen auf 2,2 Millionen in 2030 und 3,5 Millionen in 2050.

Anteil Pflegebedürftiger über 80 steigt an
Da auch von einer insgesamt sinkenden Bevölkerungszahl ausgegangen wird, steigt der Anteil älterer Pflegebedürftiger aufgrund der veränderten Altersstruktur an. Voraussichtlich wird der Anteil der Pflegebedürftigen über 80 Jahre von 54 Prozent in 2007 auf 65 Prozent in 2030 und 78 Prozent in 2050 ansteigen.

Diese Modellrechnung geht davon aus, dass die altersspezifischen Pflegequoten in der Zukunft mit denen von heute identisch sein werden. Für den Fall, dass sich aufgrund der steigenden Lebenserwartung das Pflegerisiko in ein höheres Alter verschiebt, würde die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen weniger stark ansteigen. Sie läge dann bei 3,0 Millionen im Jahr 2030 und 3,8 Millionen in 2050.

Diese Ergebnisse sollen aufzeigen, welche Auswirkungen allein der demografische Wandel in Bezug auf die Anzahl pflegebedürftiger Menschen haben kann. Als Grundlage dieser Modellrechnungen dienten aus der gegenwärtigen Situation und den bestehenden institutionellen Rahmenbedingungen abgeleitete Annahmen zur Pflegebedürftigkeit nach Alter und Geschlecht sowie die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung nach der Variante zur Untergrenze der "mittleren" Bevölkerung.


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