Lohn und Einkommensentwicklung 2011

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Wider Erwarten schnell und offenbar nachhaltig hat sich die deutsche Wirtschaft von den Folgen der weltweiten Krise erholt. Die Gewinne der Firmen steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt und die Auftragsbücher der Unternehmen sind so voll, dass ein Ende des Aufschwungs vorläufig nicht in Sicht zu sein scheint. Die Arbeitnehmer blicken daher gespannt und mit hoher Erwartungshaltung der Entwicklung der Einkommen 2011 entgegen.
 

Die Gewerkschaften sind der Ansicht, dass der wirtschaftliche Aufschwung die Arbeitnehmer nach Jahren der Zurückhaltung dazu berechtigt, nun höhere Einkommen 2011 zu fordern. Diese Argumentation hat Einiges für sich: Während der Krise konnten sich die Unternehmen auch deshalb am weltweiten Markt behaupten, weil die Arbeitnehmer auf viele Dinge verzichtet haben: Sie waren bereit, Arbeitszeitverkürzungen ebenso in Kauf zu nehmen wie die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Seit die Wirtschaft wieder an Fahrt gewonnen hat, leisten sie ungezählte Überstunden. Es ist aus dieser Warte sicher nicht falsch, nun eine Gegenleistung von Seiten der Unternehmen zu verlangen, die auch bereits angekündigt haben, in vielen Branchen das Einkommen 2011 mit einer hohen Gewinnbeteiligung an die Arbeitnehmer zu versüßen.

Zudem würde ein höheres Einkommen der Arbeitnehmer auch den Konsum stärken und so den wirtschaftlichen Aufschwung weiter befeuern. Dies zumindest ist die Ansicht der Gewerkschaften.

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Auf der anderen Seite warnen naturgemäß Stimmen aus dem Lager der Arbeitgeber und auch aus der wirtschaftsfreundlichen Regierung vor unmäßigen Ansprüchen: Gestiegene Einkommen 2011 könnten den Aufschwung wieder abwürgen. Auch hier gibt es nachvollziehbare Argumente: Der Aufschwung, so heißt es, sei zu großen Teilen staatlichen Hilfsprogrammen wie der Abwrackprämie oder der Regelung zur Kurzarbeit geschuldet. Diese Maßnahmen können und werden indes nicht ewig in Kraft bleiben. Ein zu hoher Lohnabschluss unter gleichzeitigem Auslaufen der staalichen Hilfe könnte also dafür sorgen, dass die deutsche Wirtschaft auf den internationalen Märkten an Konkurrenzfähigkeit einbüßen könnte und dadurch die Unternehmen erneut gezwungen sein könnten, Arbeitsplätze hierzulande zu streichen und weitere Standorte in ein dann günstigeres Ausland zu verlagern.

Wie sich das Einkommen 2011 tatsächlich entwickeln wird, steht derzeit in den Sternen. Eine weitere Finanzkrise ist nach Ansicht vieler Experten durchaus möglich und es wäre den verschiedenen Staaten dann vermutlich nicht mehr möglich, Konjunkturpakete wie die Jüngsten nochmals zu garantieren. Wichtiger als hohe Lohnabschlüsse wären im Sinne der Binnenkonjunktur vermutlich ohnehin vernünftige Mindestlöhne etwa im Bereich der Leiharbeit, um auf diese Weise ein Heer von Niedriglöhnern ebenfalls am Konsum zu beteiligen.

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