Autokrise: Neuwagen Kauf enorm eingebrochen

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Europa befindet sich in einer Autokrise, der Kauf von Neuwagen durch Privatleute ist enorm rückläufig, die Märkte sind gesättigt und Hersteller beschönigen die Zulassungszahlen.

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Immer weniger Privatleute erwerben einen Neuwagen und die Märkte sind gesättigt, Europa steckt in einer Autokrise und Hersteller beschönigen massiv die Zulassungszahlen.

Bei Privatleuten ist der Kauf von Neuwagen enorm rückläufig und die Märkte sind gesättigt, Europa befindet sich in der schlimmsten Autokrise seit den 1990er-Jahren. Mit Zulassungs-Tricks beschönigen die Hersteller ihre Zulassungszahlen, um nicht als Verlierer angesehen zu werden. Der Trick zur Beschönigung von Zulassungszahlen funktioniert über die so genannte Eigenzulassung. Dadurch werden die Zahlen auf dem Markt durch Test- und Vorführwagen sowie durch Flottenfahrzeuge nach oben getrieben. Den Daten des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ZDK zufolge fiel die Eigenzulassungsquote in den letzten 5 Jahren sehr hoch aus und 2012 erreichte diese über 30 Prozent.

Dienstwagen und Flottengeschäft lassen den Automarkt nach außen besser dastehen:
Besonders die deutschen Automarken würden ohne die Dienstwagenregelung in Deutschland schlecht abschneiden. Über ein Drittel der Autos von BMW, Audi und Porsche werden an gewerbliche Kunden verkauft. Mit einem Anteil von über 37 Prozent lag Audi bei dieser Statistik 2012 an oberster Position.

Verkaufszahlen von Neuwagen bei Privatleuten rückläufig:
Immer weniger private Kunden wollen einen Neuwagen kaufen und Autohändler bleiben buchstäblich auf ihren Neuwagen sitzen. Nachwuchskäufer gibt es ebenfalls kaum noch, da sich diese meist kein neues Auto leisten können und daher auf Bus, Bahn oder Carsharing umsteigen. Bevorzugt gekauft werden junge Dienstwagen, Tageszulassungen, Vorführwagen oder Vermietrückläufer von Autovermietungen nach 6 Monaten, wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen erläutert.

Von Januar bis März 2013 wurden nur 240.789 Autos von Privatkunden zugelassen, dies entspricht einem Anteil an allen Pkw-Neuwagen von 35,7 Prozent. 2006 lag der Anteil der Privatkunden beim Neuwagenkauf noch bei 47,4 Prozent, 2010 wurde ein Rückgang auf 42,6 Prozent verzeichnet und 2012 auf 38,2 Prozent. Nur 2009 war der Anteil mit 62,7 Prozent deutlich höher, dies lag jedoch an der Abwrackprämie, allerdings profitierten dabei vor allem Importmarken mit vielen Kleinwagen.

Deutsche Automarken als hauptsächliche Verlierer beim Neuwagenkauf von Privatleuten:
Mit 19,3 Prozent nimmt Volkswagen den höchsten Platz am deutschen Automarkt ein, im Vergleich dazu lag der Anteil 2012 jedoch noch bei 21,8 Prozent. Ford und Mercedes verzeichnen ebenfalls Rückgänge beim Privatkundenanteil der Neuwagenkäufe. Opel ist beim Privatkundenanteil der größte Verlierer, den Analysen des CAR-Institutes zufolge ging dieser seit 2006 um 3,1 Prozent auf 4,9 Prozent zurück.

Skoda und Dacia als Gewinner am Privatkundenmarkt für Neuwagen:
Dacia platziert sich mit einem Marktanteil von 3,3 Prozent auf Rang 11 im deutschen Privatkundenmarkt. Dacia agiert am wenigsten mit Tageszulassungen und hat mit günstigen Autos eine Lücke bei den Privatkäufern von Neuwagen ausgenutzt.

In der Zulassungsstatistik der an Privatkunden verkauften Neuwagen nimmt Skoda Platz 3 ein. 2006 war Skoda noch auf Rang 9 hinter VW, Mercedes, Opel, Ford, Toyota, Audi, BMW und Renault platziert.
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