Schichtarbeiter können aus gesundheitlichen Gründen von Nachtschicht befreit werden

  1. Lohn / Gehalt
  2. Tarifeverzeichnis



Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts stärkt die Rechte von Schichtarbeitern. Es wurde entschieden, dass bei einer gesundheitlich bedingten Unfähigkeit zur Übernahme von Nachtschichten keine generelle Arbeitsunfähigkeit besteht. Das BAG bestätigte den Anspruch dieser Arbeitnehmer auf Weiterbeschäftigung ohne Einteilung für die Nachtschicht.

Arbeitnehmer
© Fotografiesbg - Fotolia
Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts stärkt die Rechte von Schichtarbeitern. Es wurde entschieden, dass bei einer gesundheitlich bedingten Unfähigkeit zur Übernahme von Nachtschichten keine generelle Arbeitsunfähigkeit besteht. Das BAG bestätigte den Anspruch dieser Arbeitnehmer auf Weiterbeschäftigung ohne Einteilung für die Nachtschicht. Man geht von einer wegweisenden Wirkung des Urteils für alle Schichtarbeiter aus - auch für die außerhalb der hier betroffenen Krankenpflegeberufe.

Tagdienst möglich
Eine Potsdamer Krankenschwester hatte den Prozess gegen ihren Arbeitgeber angestrengt. Nach einer betriebsärztlichen Untersuchung im Juni 2012 hatte er sie mit einer Erklärung zur Arbeitsunfähigkeit nach Hause geschickt. Begründet wurde dieser Schritt durch eine Unfähigkeit der Krankenschwester zum Nachtdienst. Die Medikamente, die die Frau krankheitsbedingt nehmen musste, rief Müdigkeit hervor. Der Arbeitsvertrag der Krankenschwester sah Schichtdienst nach betrieblicher Notwendigkeit vor, so neben Nachdiensten auch Einsätze an Sonn- und Feiertagen.

Krankenschwester kann tagsüber arbeiten
Die Klägerin erklärte sich jedoch für ausdrücklich arbeitsfähig und bot ihre Arbeitsleistung an – allerdings nicht für Nachtschichten. Das Krankenhaus stellte sie erst bei Gehaltsweiterzahlung frei, später erhielt die Frau dann Arbeitslosengeld. Das Bundesgericht entschied wie bereits die Vorinstanzen zugunsten der Krankenschwester. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, dass bei der Klägerin weder arbeitsunfähig krank noch außerstande sei, ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Nach wie vor sei ihr die Ausübung aller vertraglich vereinbarten Tätigkeiten einer Krankenschwester tagsüber möglich.

Die Erfurter Richter verpflichten das Krankenhaus, bei der Schichteinteilung die gesundheitlichen Einschränkungen der Klägerin zu berücksichtigen. Einem Betrieb mit rund 2.000 Beschäftigten wäre dies durchaus zumutbar. Somit muss das Krankenhaus die Krankenschwester weiter beschäftigen, die entgangene Vergütung muss nachgezahlt werden.

Mehr zum Thema:

 



Das könnte Sie auch intressieren: