Sinkende Gaspreise auch durch Fracking in Deutschland nicht zu erwarten

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Von einer Senkung der Energiepreise durch Fracking in Deutschland ist nicht mehr auszugehen, da sind sich Gas-Analysten offensichtlich weltweit einig.

Ökonomisch gesehen messen Fachleute dem deutschen Schiefergas-Vorkommen nur geringe Bedeutung bei. Sie gehen nicht davon aus, dass die zu erwartende Gasförderung durch Fracking die Entwicklung der Energiepreise maßgeblich beeinflussen wird.

Auch Sebastian Bolay, Energiereferent des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, glaubt gegenüber dem Manger Magazin nicht mehr an eine dem amerikanischen Gas-Boom vergleichbare Entwicklung. Für wirtschaftliche Relevanz bedürfe es in Deutschland eines massiven Einstiegs in die Gasförderung. Dies sei aufgrund der Bevölkerungsdichte in Deutschland jedoch unmöglich.

Keine Senkung der Energiepreise aufgrund weltweiten Überangebots
Beim Fracking wird unter Chemikalieneinsatz mit hohem Druck Gestein aufgebrochen, damit Gas entweichen kann. Kurt Oswald, Gasexperte der Unternehmensberatung A. T. Kearney, hält das Deutsche Schiefergas im Hinblick auf die Preisbildung für irrelevant. Mit einem jährlichen Fördervolumen von geschätzten 3 Milliarden Kubikmeter Schiefergas in Deutschland decke man gerade einmal 3 % des derzeitigen Jahresbedarfs.

Angesichts des weltweiten Gas-Überangebots bezeichnet Charles Blanchard, US-Gasanalyst von Bloomberg New Energy Finance, das deutsche Vorkommen gar als "Tropfen auf den heißen Stein". Die europäische Schiefergas-Euphorie hält er jedenfalls für übertrieben.

Die europaweite Preisbestimmung werde außerdem den Einfluss heimischer Vorkommen schwächen, so Blanchard. Auch Bolay sieht in den niedrigen amerikanischen Gaspreisen einen Wettbewerbsnachteil für Deutschland. Unkonventionelle Gasbildung könne dem seiner Einschätzung nach jedoch nicht entgegenwirken.
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