Obsoleszenz-Studie belegt: Hersteller manipulieren Haltbarkeit von Elektrogeräten

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Verbraucher zahlen mit Missmut und Milliarden unnötiger Zusatzausgaben dafür, dass Hersteller die Lebensdauer der von ihnen produzierten Elektrogeräte manipulieren.

Längst vermuteten Verbraucher manipulative Tricks der Hersteller hinter Defekten an Elektrogeräten. Insbesondere, wenn diese kurz nach Ablauf von deren Garantiezeit auftraten. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis diesen Verdacht nun bestätigt.

Unnötige Ausgaben in Milliardenhöhe haben System
Verbraucher-Aktivist Stefan Schridde und Volkswirt Christian Kreis haben das Gutachten im Auftrag der Grünen erstellt und dafür etwa 2.000 Meldungen von Verbrauchern ausgewertet. Sie wissen um diverse Möglichkeiten der Hersteller, die Lebensdauer von Elektrogeräten künstlich einzuschränken. Für Verbraucher bedeutet dies eine unnötige Belastung durch Mehrausgaben in Milliardenhöhe.

Landläufig bekannt ist inzwischen, dass Patronen von Tintenstrahldruckern manipuliert sind. Ein eingebauter Zähler sorgt dafür, dass der Drucker ab einer definierten Anzahl gedruckter Seiten still steht. Wird der Zähler aber zurückgesetzt, druckt das Gerät beanstandungsfrei. Nicht selten, so die Experten, sorgen minderwertige Bauteile dafür, das ein Defekt verfrüht ausgelöst wird. Manchmal ist der vorschnelle Verschleiß auch darauf zurückzuführen, wo im Gerät die Teile eingebaut sind.

Ein andere Methode, die Lebensdauer eines Elektrogerätes künstlich zu verkürzen, zeige sich am Beispiel elektrischer Zahnbürsten. Hier könnte das Auswechseln des Akkus nach einer bestimmten Anzahl von Ladezyklen dazu führen, dass die Bürste wieder einwandfrei funktioniere. Meist kann dieses Verschleißteil jedoch überhaupt nicht ausgetauscht werden, ohne das Gerät zu beschädigen oder zu zerstören.

Dies gilt für die Hersteller von Computern, Tablet-PC und Smartphones, gleichermaßen, so die Kritik der Verfasser der Studie. Sie lassen ebenfalls Gehäuse und Akku ihrer Produkte immer häufiger verkleben. Dadurch wird eine Reparatur respektive ein Austausch willkürlich erschwert, verteuert oder gar unmöglich gemacht.

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